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18. Juli 2016

Entwicklung eines Buches

¿Identität? hat, wie keines meiner Bücher, einen relativ langen Entwicklungsprozess hinter sich. Die Ur-Version des Romans schrieb ich 2005. Katharina speicherte zu dieser Zeit noch ihre Daten auf Diskette. Dies war beim Überarbeiten für mich eine interessante Beobachtung.
Anfang 2013 nahm ich mir das Manuskript nach langer Pause wieder vor und beschloss, alles komplett zu überarbeiten. Nach meinem Empfinden hat es dadurch unglaublich gewonnen. Sehr viel Zeit habe ich darüber hinaus in die Recherchearbeit gesteckt. Ich habe die deutsche Botschaft in Bogotá angeschrieben, eine Kolumbianerin für zahlreiche Fragen zur Seite gehabt und immer wieder recherchiert.
Im Gegensatz zu den Fantasy-Geschichten, die ich bisher verfasst hatte, war diese Arbeit eine ganz andere Erfahrung. Einerseits hat man gewisse Grenzen, aber andererseits auch die moderne Technik, die einem zum Beispiel beim Auffinden von Handys hilfreich sein kann.

Die Idee zu diesem Buch entstand im Übrigen nach einem sehr lebhaften Traum, der mich wochenlang bewegt hatte, bis ich dann anfing, daraus diesen Roman zu schreiben.

Während mein Lektor und ich noch mitten in der Arbeiten steckten, schlug mir mein Lektor vor, das Buch zu teilen.
Meine erste Reaktion war, dass man dieses Buch doch nicht teilen könnte, aber je länger ich darüber nachdachte, desto mehr konnte ich mich mit dieser Idee anfreunden. Dabei wurde mir bewusst, dass diese Geschichte tatsächlich aus zwei Teilen besteht.
Im 1. Teil wird der Roman hauptsächlich aus der Sicht von Katharina, im 2. Teil aus Antonios Sicht geschrieben.

Buchinhalt:
Eine berufliche Herausforderung führt Katharina nach Kolumbien. Jahrelang hatte sie von einer solchen Gelegenheit geträumt. In Bogotá soll sie gemeinsam mit der dort ansässigen Firma Vassquéz einen Geschäftszweig aufbauen, um den Export von Tropenhölzern zu reduzieren. Nach einigen Hindernissen lernt sie ihren attraktiven Geschäftspartner Antonio Nicoljaro, der im Rollstuhl sitzt, näher kennen und verliebt sich in ihn. Verwirrt und am Ende ihrer Kraft erreicht Katharina nach einer Entführung die Firma Vassquéz. Antonio umsorgt sie hingebungsvoll und überrascht sie mit einem traumhaften Wochenende. Zwei Tage nach dem Ausflug wird Antonio bei einer Explosion unter den Trümmern seines Hauses begraben und schwerverletzt geborgen. Kurz darauf verschwindet Antonio aus dem Krankenhaus. Auf der Suche nach ihm stößt Katharina auf verblüffende Tatsachen:
Antonio Nicoljaro starb im Alter von fünf Jahren. Wer ist der Mann wirklich, der mit der Identität eines toten Kindes lebt?

¿Identität? 
In der spanischen Sprache werden die Satzzeichen nicht nur, wie bei uns im Deutschen hinter den Satz gestellt, sondern auch verkehrt herum vor den Satz. Deshalb findet sich vor dem Titel Identität auch das spanische Fragezeichen vor dem Wort.
Dies habe ich in dem Manuskript dazu benutzt, um zu verdeutlichen, wann Deutsch und wann Spanisch gesprochen wird.

Das Buch ¿Identität? gibt zum einen als E-Book-Zweiteiler

sowie als Gesamtausgabe, als E-Book oder Taschenbuch.



Den ersten Teil dieses Buches gibt HIER auch es auf Spanisch. Teil 2 sowie die Gesamtausgabe und natürlich auch das Taschenbuch folgen!

Im August 2014 passierte mir etwas sehr Überraschendes:
Ich wurde während einer Autofahrt regelrecht von einer Idee überfallen, die Geschichte weiterzuführen. Der Gedanke begann sich so rasend hervorzuheben, dass ich sofort begann, diesen Einfall aufzuschreiben. Daraus entwickelte sich das Manuskript „Fragwürdige Identität“.
Bei einer Lesung im November 2014 sprach mich dann der Geschäftsführer von „Edition Bärenklau Verlag“ an und so erschien der erste Teil der „Fragwürdige Identität“ - Trilogie (das Gesamtwerk gibt es auch als Taschenbuch) noch kurz vor Weihnachten 2014 in diesem Verlag.



Seit dem Abschluss des Buches „Fragwürdige Identität“ geistert mir eine Fortsetzung mit Nicolás durch den Kopf!




                           

10. September 2014

Szene zur Lesung

Mit diesem Text stelle ich gern mein Buch

"¿Identität?" vor.

Diese Stelle eignen sich ganz wunderbar zum Vortragen, da man auch ohne Vorkenntnisse in die Gesichten hineinfindet.


Verwirrt IX
Ein lautes Geräusch riss Katharina aus ihrem Traum. Erschrocken machte sie die Augen auf, versuchte etwas zu erkennen. Beim nächsten Knall zuckte sie heftig zusammen. Das Licht schmerzte beim Hinsehen, sie musste blinzeln und erkannte nach einigen Sekunden einen offenen Basketballplatz. Sie saß mit dem Rücken an eine Wand gelehnt, spürte dabei ihr Zittern. Erneut prallte der Ball geräuschvoll gegen das Basketballbord. »¡Hierher!«, rief ein Jugendlicher.
Ein anderer rempelte ihn an. »¡Trottel!«
»¡Hey, Alte! ¡Zieh Leine!« Ein Halbstarker im Scheunentorformat zerrte sie an den Schultern in die Höhe. »¡Schlaf deinen Rausch woanders aus!« Er schubste Katharina vom Spielfeld, sodass sie stolperte und zu Boden fiel. Ihr langes Haar schützte sie wie ein Vorhang vor dem unangenehmen Licht. Mit viel Kraftaufwand kam sie wieder auf die Beine. Sie torkelte mehr, als dass sie lief. Ihr Mund war trocken, ihre Lippen fühlten sich geschwollen und aufgerissen an. Jede Faser ihres Körpers schmerzte, als habe sie Gliederschmerzen. Am Schlimmsten waren die Kopfschmerzen mit dieser ungewöhnlichen Lichtempfindlichkeit. Erst jetzt begann sie sich über ihre Situation bewusst zu werden. Sie suchte nach ihrem Namen. Er wollte ihr nicht einfallen. Wo war sie? Wie war sie hierhergekommen? Blinzelnd versuchte sie, sich zu orientieren, wankte die Straße hinunter. Angestrengt erinnerte sie sich, was passiert war. Antonio! Sie hatte für ihn in dem Laden für Künstlerbedarf ein Geschenk gekauft, um sich anschließend auf den Weg zu seiner Wohnung zu machen. Aber da war es schon dunkel gewesen, und nun war es hell. Katharina hieß sie, Katharina Clausen. Vor einigen Wochen war sie nach Kolumbien gekommen, um hier zu arbeiten. Langsam kamen ihre Gedanken in Gang. Ihre Vergangenheit war nicht verloren. Plötzlich spürte sie heftige Übelkeit, ihr Magen rebellierte. Sie blieb stehen, hielt mit der einen Hand ihr offenes Haar zurück und mit der anderen fasste sie sich auf den schmerzenden Bauch. Sie beugte sich vor, um die aufkommende Katastrophe von sich fernzuhalten. Schwer atmend ging sie weiter. Für ein Glas Wasser hätte sie in diesem Augenblick alles gegeben. Sie zuckte zusammen, als ein Auto hupte. Wie erwacht sah sie sich um. Sie stand mitten auf der Fahrbahn vor der Motorhaube eines Geländewagens. »¡Passen Sie doch auf, Señora!«
Was war nur los mit ihr? Erneut blieb sie stehen, schaute an sich herunter. Ihre hellgraue Stoffhose war schmutzig und am linken Oberschenkel eingerissen. Eine Jacke, die sie an diesem kühlen Tag hätte gut gebraucht können, fehlte. Weder in der kleinen Vordertasche ihrer ebenfalls befleckten Bluse noch in den Taschen der Hose fand sich auch nur ein einziger Peso. Sie hatte nicht die leiseste Ahnung, wo sie war und wie sie nach Hause finden sollte. Mit dieser Situation fühlte sie sich völlig überfordert. Nach ein paar Straßenecken kam ihr eine ältere Frau in abgetragenen Kleidern entgegen. »¡Entschuldigung!«, sprach Katharina sie an. Die ältere Frau musterte sie. »¿Señora?« »Verzeihung!« Ihr Mund war so entsetzlich trocken. »¿Können Sie mir sagen, wie diese Straße hier heißt, bitte?« »Calle 46AS.« Die Frau zeigte geradeaus. »Dort vorn kommen Sie auf die Carrara 3E.« Obwohl es Katharina angesichts der fremden Umgebung geahnt hatte, kam diese Antwort einer heftigen Ohrfeige gleich. In Bogotá war das Straßensystem durchnummeriert. Die Straßen in der Nord-Süd-Richtung hießen »Carrera«, die Ost-West-Wege »Calle«. Sie befand sich irgendwo im ärmlichen Süden der Stadt und musste nun versuchen, Richtung Norden die Calle 97 zu finden, ohne auch nur einen Peso in der Tasche. Katharina zweifelte, ob sie in ihrem derzeitigen Zustand in der Lage war, diese Strecke von mindestens drei Stunden zurückzulegen. Andererseits hatte sie keine Wahl. Mit einem tiefen Atemzug setzte sie ihren Weg fort. Ihr Magen rebellierte abermals, nur diesmal wusste sie nicht, ob vor Hunger oder vor Schwindel. Sie schluckte wiederholt, mit Erfolg. Was war nur auf dem Weg zu Antonios Wohnung passiert? Bildfetzen von drei Militärpolizisten tauchten für den Bruchteil einer Sekunde vor ihrem Auge auf. Sie versuchte sich zu erinnern, ob die Militärpolizei sie festgenommen hatte? Nur warum? Sie hatte sich nichts zu Schulden kommen lassen. Diese ganze Situation war seltsam. Hätte sie zu viel getrunken, würde sie die Erinnerungslücke nachvollziehen können, aber der gestrige Abend war wie ausgelöscht. Sie konnte nicht einmal bestimmen, ob sie Antonios Wohnung erreicht hatte. Grübelnd lief sie die Straßen entlang. Mit Hilfe der umliegenden Berge versuchte sie, sich zu orientieren, ihre Richtung beizubehalten. Ihr Zeitgefühl war dahin. Vielleicht war sie eine Stunde unterwegs oder sogar schon zwei? Vor einem kleinen Laden saß ein Mann auf einem Hocker. Seine faltigen Hände hielten eine Tageszeitung hoch, sodass Katharina sein Gesicht nicht erkennen konnte, dafür jedoch die Titelseite der Zeitung. Beiläufig fiel ihr Blick auf das Datum. Ihr stockte der Atem. Reflexartig landete ihre rechte Hand auf dem Mund. Dienstag! Ihr fehlten ganze drei Tage! Verdammt, was war nur passiert? Sie rieb sich über das Gesicht und hoffte, eine klitzekleine Erinnerung wiederzufinden. Vergeblich! Mit dieser Erkenntnis wurde ihr bewusst, wie erschöpft sie sich fühlte. Sie sehnte sich nach einem Bett, zumindest aber nach einer Sitzgelegenheit. Zu allem Überfluss begann es zu regnen. Katharina spürte die feuchte Kälte auf ihrer Haut. Sie zitterte selbst beim Laufen. Ihre Kopfschmerzen ließen glücklicherweise nach, sogar der Schwindel ging zurück, nur ihr Magen knurrte, und das tat wirklich weh. Jeder Meter, den sie zurücklegte, forderte eine gehörige Portion Disziplin, die sie in manchen Augenblicken kaum aufzubringen vermochte. Nur der Gedanke an Antonio, an seine dunkle angenehme Stimme und an sein begehrenswertes Wesen trieb sie voran. Sie lief immer weiter ... Plötzlich blieb sie stehen. Auf den Hinweisschildern sprang ihr »Monumento los Heroés« ins Auge. Das Museum, an dem sie auf dem Weg ins Büro vorbei kam! Vassquéz lag hier näher als Antonios Wohnung, und bestimmt war er jetzt nicht zu Hause. Sie schaute sich um, ob sie sich auch nicht irrte. Nein, sie war auf dem richtigen Weg. Mit jedem Schritt wurden ihre Beine schwerer. Schleppend kam sie voran. Zu gern hätte sie sich irgendwo hingesetzt, sich ausgeruht. Andererseits war sie nun schon so lange unterwegs, da sollte ihr der Weg zur Firma gelingen. Dort war es sicherer als auf der Straße. Noch einen Block, dann hatte sie es geschafft. Das letzte Stück schien bergauf zu gehen und verlangte all ihre Kraft. Endlich stand sie vor dem Haupteingang von Vassquéz und drückte die Tür auf. »¡¿Señora?!« Enrique eilte mit weit aufgerissenen Augen auf sie zu. »¡Ach du Schreck! ¡Setzen Sie sich!« Er schob sie auf die Ledercouch in der Eingangshalle. Es war ein erlösendes Gefühl für sie, sich hinzusetzen und die Füße entlasten zu können. »¿Könnte ich ein Glas Wasser bekommen, bitte?« Katharina bemerkt, wie ihr Magen erneut rebellierte. »¡Einen Augenblick!« Sie lehnte sich zurück und schloss die Augen, versuchte aber, nicht einzuschlafen. »¿Señora?« Enrique hielt ihr einen Becher vors Gesicht. »¡Gracias!« Sie genoss jeden Schluck. Noch nie war ihr aufgefallen, wie köstlich Wasser schmeckte. Ihr ging es gleich viel besser. Sie hörte Enrique sprechen. Er klang dabei sehr aufgeregt. »¡Die Señora ist hier, Doñ Antonio!« Es war kurz still. »¡Sí! Vor zwei Minuten.« Eine weitere Pause folgte. »Ich weiß nicht. ¡Sí! Furchtbar mitgenommen.« Offenbar telefonierte er. »¡Sí! ¡Sí! ¡Natürlich!« Bestimmt würde Enrique ihr ein Taxi bestellen, dann konnte sie nach Hause ins Bett und schlafen. Sie stand auf, wobei ihr für den Moment schwarz vor Augen wurde. »¡No! ¡No! ¡No!« Enrique drängte sie auf die Couch zurück. »¡Sie bleiben, Señora!« »Ich möchte ...«
»Doñ Antonio ist auf dem Weg hierher. Er hat sich große Sorgen um Sie gemacht, und ich habe ihm versprochen, bis zu seinem Eintreffen auf Sie achtzugeben.« Antonio! Ja, auf ihn wollte sie warten. Sie fühlte sich am Ende ihrer Kräfte, stützte die Ellenbogen auf ihre Knie, um den Kopf auf die Hände zu legen. Erschöpfung und Müdigkeit drohten sie zu packen. Sie musste für einen Augenblick eingenickt sein, denn sie schreckte von einem Geräusch auf. Im Augenwinkel sah sie jemanden auf sich zu kommen.
»Katharina!« Antonios Stimme verriet eine Mischung aus Erleichterung und Bestürzung. Sie schaute ihm ins Gesicht. Bestimmt sah sie furchtbar aus, doch das war ihr jetzt egal. Er nahm ihre Hände. »Du bist zurück!« Er wirkte bewegt. »Du lebst!«
Das Sprechen fiel ihr schwer. »Ich fühle mich schrecklich.« Sie realisierte, wie wahr ihre Worte waren. »Ich begleite die Señora zum Wagen, Doñ Antonio.« Es kostete sie viel Beherrschung, sich trotz der Hilfe von Enrique auf den Beinen zu halten. Erschöpft ließ sie sich auf dem Rücksitz des Taxis nieder.

»Katharina!« Antonio legte seinen Arm um ihren Nacken. Sie lehnte ihren Kopf gegen seine Schulter und sank augenblicklich in sich zusammen.

Wie findet Ihr die Szene? Kommt man rein?

¿Identität?



5. April 2014

Der Buchtitel "Identität?"


Ein Buchtitel findet sich bei manchen Werken von selbst, bei anderen Romanen fällt es schwerer die passenden Überschrift zu finden.

Bei »¿Identität?« war es es anfangs für mich schwierig, 730 Seiten spannenden Lesestoff in einem Wort zu komprimieren.

In dem Thriller dreht sich der erste Teil (Sehnsucht) der Geschichte mehr um die hübsche Katharina, im zweiten Teil (Vergessen) um einen attraktiven gehbehinderten Antonio.

Die Frage nach Antonios Identität bewegt nicht nur Katharina mit ihren Freunden. Sie fragen sich natürlich, »wer ist Antonio wirklich? Warum lebt er mit dem Namen eines toten Kindes?«


Welcher Titel wäre da passender als »¿Identität?«?



28. März 2014

Wer macht das Rennen?

Wer die Wahl hat ...

Welches Cover spricht Euch am meisten an?

Egal wofür Ihr Euch entscheidet, jeder Teilnehmer nimmt an der Verlosung von insgesamt fünf E-Books ¿IDENTITÄT? teil.

1
2

3

Zum Inhalt des Buches:
Eine berufliche Herausforderung führt Katharina nach Kolumbien. Jahrelang hatte sie von einer solchen Gelegenheit geträumt. In Bogotá soll sie gemeinsam mit der dort ansässigen Firma Vassquéz einen Geschäftszweig aufbauen, um den Export von Tropenhölzern zu reduzieren. Nach einigen Hindernissen lernt sie ihren attraktiven Geschäftspartner Antonio Nicoljaro, der im Rollstuhl sitzt, näher kennen und verliebt sich in ihn.
Verwirrt und am Ende ihrer Kraft erreicht Katharina nach einer Entführung die Firma Vassquéz. Antonio umsorgt sie hingebungsvoll und überrascht sie mit einem traumhaften Wochenende.
Zwei Tage dem Ausflug wird Antonio bei einer Explosion unter den Trümmern seines Hauses begraben und schwerverletzt geborgen. Kurz darauf verschwindet Antonio aus dem Krankenhaus. Auf der Suche nach ihm stößt Katharina auf verblüffende Tatsachen.
Antonio Nicoljaro starb im Alter von fünf Jahren.

Wer ist der Mann wirklich, der mit der Identität eines toten Kindes lebt?

Welches dieser drei Cover macht Euch neugierig?

Einsendeschluss ist der 17. April 2014!

10. März 2014

Neues Cover ...

 ... für die Gesamtausgabe von ¿Identität?


Seit Neustem zeigt sich ¿Identität? im neuen "Kleid".

Warum? Beim Surfen durchs Netz blieb ich kürzlich an diesem Bild hängen. Für Antonios Geschichte, wie gemacht, dachte ich, und nahm ich zu Urbex District Kontakt auf. Wie Ihr schwerlich erkennen könnt, sind wir uns schnell einig geworden.

Das ist aber noch nicht alles!

In ein paar Tagen wird es, wer auf den Link geht kann es schon erkennen, 
endlich auch das Taschenbuch zu ¿Identität? geben.







19. Februar 2014

Leserunde

Am Freitag starte ich die Leserunde zum ersten Teil »Sehnsucht« von ¿Identität? auf Lovleybooks.




Wer sich das E-Book dazu noch herunterladen möchte, um teilzunehmen, ist herzlich eingeladen.

Zur besseren Übersicht habe ich das Buch wie folgt eingeteilt:

1. Abschnitt: Kapitel I - V
Wie liest sich für Euch der Anfang? 
Kann man sich in Katharina hineinversetzten und was denkt Ihr über Antonio? Welche Vermutung habt Ihr zu dem Überfall im Park? 

2. Abschnitt: Kapitel VI - X
Inzwischen ist ja einiges passiert. Was denkt Ihr zu dieser Entführungsgeschichte? Habt Ihr eine Vorstellung, erkennt Ihr irgendwo Zusammenhänge? Hat sich Eure Meinung über Antonio verändert?

3. Abschnitt: Kapitel XI - XV
Habt Ihr Euch an der Karibikküste wiedergefunden, konntet Ihr Euch alles gut vorstellen? Stellt Euch vor, Ihr seid Katharina und seht diesen Schuttberg vor Euch, als Ihr die Straße entlang kommt. Was wäre Euer erster Gedanke und Eure erste Tat gewesen?

4. Abschnitt: Kapitel XVI - XIX
Habt Ihr inzwischen einen Verdacht, wer Antonio an den Kragen will und ob es da eine Verbindung zu Katharinas Erlebnissen gibt?
Welche Vermutung habt Ihr zu Antonios Identität? Könnt Ihr einen Zusammenhang mit dem Prolog »Rückblick« erkennen?

Interessiert Euch die Auflösung zu dieser Geschichte oder seit Ihr mit dem ersten Teil zufrieden?

Ich freue mich sehr auf Eure Antworten und stehe Euch gern für Fragen zur Verfügung. Nun wünsche ich uns allen spannende Unterhaltung mit 

"¿Identität? (Teil 1 Sehnsucht)"

19. Januar 2014

Das Leben, die Liebe und eine falsche Identität?

Buchvorstellung:
Eine berufliche Herausforderung führt Katharina nach Kolumbien. Jahrelang hatte sie von einer solchen Gelegenheit geträumt. In Bogotá soll sie gemeinsam mit der dort ansässigen Firma Vassquéz einen Geschäftszweig aufbauen, um den Export von Tropenhölzern zu reduzieren. Nach einigen Hindernissen lernt sie ihren attraktiven Geschäftspartner Antonio Nicoljaro, der im Rollstuhl sitzt, näher kennen und verliebt sich in ihn. Verwirrt und am Ende ihrer Kraft erreicht Katharina nach einer Entführung die Firma Vassquéz. Antonio umsorgt sie hingebungsvoll und überrascht sie mit einem traumhaften Wochenende. Zwei Tage dem Ausflug wird Antonio bei einer Explosion unter den Trümmern seines Hauses begraben und schwerverletzt geborgen. Kurz darauf verschwindet Antonio aus dem Krankenhaus. Auf der Suche nach ihm stößt Katharina auf verblüffende Tatsachen. Antonio Nicoljaro starb im Alter von fünf Jahren.
Wer ist der Mann wirklich, der mit der Identität eines toten Kindes lebt?


¿Identität? gibt es als »Teil 1 Sehnsucht« und als »Teil 2 Vergessen«, sowie als als Gesamtausgabe (Sehnsucht und Vergessen). 

Rezensionen sind mir sehr willkommen.

Leseprobe aus dem 1. Kapitel:
Fünf vor Neun stand Katharina vor dem Hotel. Die Sonne schien zwischen vereinzelten weißen Wolken hervor, die langsam über den blauen Himmel zogen. Dieser Anblick versprach einen freundlichen Tag. Sie sah die Straße hinunter, ob sie den dunkelgrünen Lada Niva von gestern wiedererkannte. Zahlreiche Autos düsten an ihr vorbei.
Ungeduldig schaute sie immer wieder auf die Uhr ihres Handys. Zweifel kamen auf, ob sie alles richtig verstanden hatte. Diese Präsentation war zu wichtig, um sie zu verpassen! Ihre Finger zitterten vor Aufregung. Plötzlich hielt ein dunkelblauer Nissan Patrol mit quietschenden Reifen direkt vor ihr. Die Scheibe der Beifahrertür war unten und der Fahrer beugte sich zu ihr rüber. »¡Buenos días, Señora!«
»¡Buenos días, Señor!« Ihr fiel ein Stein vom Herzen, und sie stieg ein.
»¡Disculpe, mein Wagen streikt.«
Sie sah sich um. Das Auto hatte zwar auch schon einige Jahre hinter sich, wirkte jedoch vertrauenserweckender als der Lada.
»Ausgerechnet heute«, knurrte Muñoz. »Haben Sie gut geschlafen?«
»Es ging so! Alles noch recht ungewohnt.«
»Die Höhenluft macht vielen anfangs zu schaffen.« Er musterte sie kurz.
»Daran werde ich mich gewöhnen.«
»Ich weiß, diese Präsentation ist sehr wichtig für Sie.« Der Fahrer achtete auf den zähflüssigen, meist stockenden Verkehr, warf ihr nur flüchtige Blicke zu. »Die Verbindung nach Deutschland ist für Vassquéz ein bedeutender Schritt und würde uns damit einen internationalen Ruf verschaffen.«
»¡Sí!«
Er lächelte, schien sich über die knappe Antwort zu amüsieren. »Ich stehe Ihnen zur Seite, wenn Sie etwas nicht verstehen und wenn Sie Fragen haben.«
»¡Gracias!«
Señor Muñoz wirkte nervös, offenbar arbeitete er bei Vassquéz nicht nur als Fahrer und hegte, aus welchem Grund auch immer, großes Interesse an diesem Geschäft. Sie wollte sich aber davon nicht beeinflussen lassen und schaute aus dem Fenster, ohne wirklich hinzusehen. Ihre Anspannung stieg. Ihr Chef in Deutschland hatte sich nach mehreren Verhandlungsgesprächen über Vassquéz ein fundiertes Urteil gebildet, doch die endgültige Entscheidung sollte Katharina treffen. Schließlich lag es anschließend in ihren Händen, die Umsetzung des geplanten Projektes durchzuführen. Sie war befugt, das Konzept entweder abzulehnen oder den vorbereiteten Vertrag mit Vassquéz zu schließen. Im ersten Fall müsste sie schneller abreisen, als ihr lieb war. Für sich, für ihre Träume, hoffte sie natürlich, dass die bevorstehende Präsentation überzeugend war.

Auf einem Hinterhof relativ moderner Geschäftshäuser mit einer großzügigen Fensterfront parkte Muñoz den Wagen. Flüchtig sah er beim Aussteigen auf die Uhr. »Kommen Sie!« Er wies auf das Vorderhaus. Am Eingang stand ein Angestellter in einem grauen Anzug und hielt die Glastür offen.
»Gracias, Enrique«, warf ihm Señor Muñoz beim Vorbeigehen entgegen. Enrique antwortete mit einer Aussage, die »Sie warten schon …« heißen konnte. Katharina zog ihr Handy aus der Tasche und schaltete es aus. Jede Ablenkung wollte sie ab jetzt vermeiden.
Ihr Begleiter zeigte auf den Fahrstuhl. »¡Pase usted! Nervös?« Er sah ihr zunächst ins Gesicht und drückte anschließend auf den obersten Knopf: Etage 5.
»Un poco«, flüsterte sie. Ihr schneller Herzschlag war sicherlich deutlich zu hören.
In Gedanken versuchte sie, sich Señor Nicoljaro vorzustellen. Ein älterer gepflegter Señor, Mitte Fünfzig, bestimmt ein bisschen versnobt wie die meisten Geschäftsführer, die sie bisher kennengelernt hatte.
Die Fahrstuhltür schob sich zur Seite und gab den Blick auf einen hellen Vorraum frei, in dem eine ausladende Grünpflanze vor einem bodentiefen Fenster stand. Von den vier Türen öffnete sich die linke, mittlere, und ein Señor, ungefähr Ende Dreißig mit kantigen Gesichtszügen, reichte ihr die Hand zur Begrüßung. »¡Encantado! Ich bin Señor Sánchez. Bitte kommen Sie.« Hörbar hatte er Mühe, die deutschen Wörter auszusprechen. Er führte Katharina in einen großen Konferenzraum mit einer breiten Fensterfront sowie einer weiteren Tür. An dem ovalen Tisch in der Mitte des Raumes saßen zwei Damen und zehn Herren. Jeder erhob sich kurz und nickte Katharina freundlich zu, während Señor Sánchez sie vorstellte, ihre jeweilige Funktion erklärte und wie lange sie bereits für Vassquéz tätig waren. Katharina musste sich konzentrieren, um seinem spanischen Akzent folgen zu können. Keiner der Angestellten war weniger als fünf Jahre in der Firma. Das sprach für ein gutes Betriebsklima.
Der leere Platz am schmalen Bogen des ovalen Tisches machte Katharina bewusst, dass Señor Nicoljaro offenbar keine Notwendigkeit sah, an diesem Treffen teilzunehmen. Das missfiel ihr.
»¿Le gustaría un café o agua?«, fragte Señor Sánchez und wies ihr den einzig freien Stuhl zu.
»Agua, por favor.« Sie setzte sich hin, warf dabei einen flüchtigen Blick auf die Lücke, zwei Stühle links von ihr. Sie fühlte sich verunsichert, ja fast gekränkt, dass sich Señor Nicoljaro nicht einmal entschuldigen ließ, und überlegte, nachzufragen, entschied sich dann aber, abzuwarten. Sie legte ihren Schreibblock und ihr Laptop auf den Tisch, während Señor Sánchez aus einer Wasserflasche ein Glas voll goss und  vor ihr auf den Tisch platzierte.
Anschließend schaltete er den Beamer an, zog die Leinwand rechts vor ihr herunter und die dunkelblauen Vorhänge vor die Fenster.
Katharina drehte sich ein kleines Stück nach rechts, damit sie bequem die Präsentation sehen konnte.
Señor Sánchez ging auf die gegenüberliegende Seite der Leinwand und startete mit seinem Laptop die Vorführung.
Für Katharina war sie ansprechend gestaltet, erklärt wurde auf Englisch, was ihr sehr entgegen kam. Ihre Spanischkenntnisse hätten dafür nicht ausgereicht. Sie bekam einen aufschlussreichen Überblick über das Verfahren, die Verfertigung und das Material. Der Vertrieb würde sich auf ganz Südamerika erstrecken. Durch die neue Technik mit einer realen Holzoptik war der große Hersteller in den USA kein wirklicher Konkurrent. Bisher klang das Konzept recht überzeugend.
Zwischendurch notierte sie sich ein paar Stichpunkte, zu denen sie später Näheres erfragen wollte. Die meisten Formulierungen dazu hatte sie bereits im Kopf. Trotzdem war es praktischer, bei ihrer Aufregung ihre vorbereitete Liste zur Hilfe zu nehmen, um nicht am Ende etwas Bedeutendes zu übersehen.
Nach zwanzig Minuten zog Señor Muñoz die Vorhänge zurück.
»Ich hoffe, Sie konnten folgen?«, fragte Señor Sánchez und ging um den Tisch herum auf die Leinwand zu.
Katharina nickte, klappte ihren Laptop auf und schaltete ihn an. Manche Fragen stellte sie, obwohl sie die Antworten im Voraus kannte. »Diese spezielle Mischung aus Holz und Polymeren ist laut Ihrer Darstellung die Erfindung von Vassquéz?«
Señor Sánchez lächelte, als habe er mit dieser Äußerung gerechnet. »Unsere Firmenphilosophie begleitet uns seit mehreren Jahren. Unser wichtiges Anliegen war und ist, die Verarbeitung tropische Hölzer zu reduzieren. Wir mussten also eine vergleichbare Alternative schaffen.«
Katharina hörte ihm aufmerksam zu.
»Mit diesem Gedanken entwickelten wir unser ›Gigawood-Projekt‹. Anfangs wurden wir belächelt, keiner war bereit, uns zu unterstützen, geschweige denn, uns zu finanzieren. Wir sahen uns gezwungen, das Vorhaben vorerst zu verschieben, bis eine deutsche Firma Interesse bekundete.«
Katharina strich sich eine Strähne aus dem Gesicht. Endlich kam Señor Sánchez auf den Punkt.
»Diese Methode eines Tages selbst verwenden zu können, haben wir uns bei den Verhandlungen seinerzeit vorbehalten. Die meisten Kunden vermissen bei der derzeitigen Ausführung das typische Holzmuster, die Lebendigkeit der Holzmaserung, und genau das werden wir mit unserer neuen Technik dem Käufer bieten.«
Katharina sah auf ihre Liste. Ganz oben stand eine Frage ihres Chefs, die ihr unangenehm war. Sie atmete tief, um Mut zu sammeln. »Für eine Firma, die internationale Geschäfte tätigt, präsentieren Sie sich hier in diesem Gebäude eher bescheiden.« Sie trank ein Schluck Wasser. Im Augenwinkel sah sie plötzlich, dass der leere Platz am Tisch inzwischen besetzt war. Sie hatte niemanden beim Hereinkommen bemerkt, geschweige gehört, dass man einen Stuhl dazu gestellt hatte. Zunächst ließ sie sich nicht irritieren.
»Señora!« Ihr Gesprächspartner klang leicht verärgert. »Wir sind an der Zweckmäßigkeit unseres Projektes interessiert, halten an unserer Firmenphilosophie fest. Sollte das für Ihr Unternehmen ein Problem sein, dann ...«
Sie hob ihre Hand, um die Situation zu beenden. »Genau das wollte ich von Ihnen hören!« Sie lächelte Señor Sánchez an, dabei entging ihr nicht, wie er sich mit jemand zu ihrer Linken still verständigte.
»Verzeihen Sie, Señora Clausen«, hörte sie eine angenehme dunkle Männerstimme. Sie schwenkte ihren Blick nach links. »Señor Nicoljaro.« Der Mann reichte ihr die Hand über den Tisch.
Sie war zu überrascht, um ihm eine passende Antwort zu geben. Der Kerl hatte nicht einmal den Anstand aufzustehen. Sie ergriff flüchtig seine kräftige Hand und sah ihm derweil bewusst ins Gesicht. Seine großen blauen Augen musterten sie.
Er war bestimmt erst Ende Dreißig, Anfang Vierzig vielleicht. Sein gepflegter Dreitagebart schmeichelte seinem schmalen Kinn. Seine Gesichtszüge waren männlich, aber nicht kantig. Lediglich über der Stirn trug er seine kurzen braunen Haare etwas länger, wo sie bis zu den dichten Augenbrauen hingen. Obwohl Katharina blaue Augen eigentlich nicht anziehend fand, war diese Kombination mit der dunklen südamerikanischen Haut auf ihre Art faszinierend. Sie spürte, wie eine Gänsehaut ihren Körper überzog.
»Es freut mich sehr, Sie kennenzulernen.« Señor Nicoljaro lächelte, dabei entstanden kleine Lachfalten in den Augenwinkeln. »Ihre Frage diente vermutlich der Überprüfung unserer Glaubwürdigkeit. Herr Klesse schien genau das an Vassquéz zu schätzen!« Sein Deutsch war auffallend sauber.
»So ist es!« Es gab für sie keinen Anlass, darauf einzugehen. Katharina sah auf ihren Bildschirm, um sich dem nächsten Punkt, dem Produktionsstandort, zu widmen. Señor Nicoljaro gelang es in dem folgenden Gespräch, sämtliche Bedenken, die sie heute Morgen noch hatte, auszuräumen. Dem Vertrag stand nichts mehr im Weg. Zur Sicherheit überprüfte sie ein letztes Mal ihre Liste sowie ihre Stichpunkte, die sie während der Präsentation gemacht hatte.
»Señora Clausen?« Señor Nicoljaro wartete, bis sie ihn ansah. »Konnten wir Sie überzeugen oder haben Sie weitere Fragen?«
Sie klappte den Laptop zu, warf einen flüchtigen Blick auf ihren Block. Das war zu einfach … Zweifel tauchten für den Bruchteil einer Sekunde auf. War ihr Wunsch, in Kolumbien zu bleiben, so groß, dass sie vielleicht nicht objektiv genug war? Nein! Das Projekt hatte Zukunft, es musste funktionieren.
»Wenn Sie wünschen, geben wir Ihnen Bedenkzeit«, bot Señor Nicoljaro an.
»¡Gracias! Das ist nicht nötig.« Sie trank ihr Glas leer und zog den Hefter unter ihrem Schreibblock hervor, in dem die vorbereiteten Verträge lagen. »Sie haben mich überzeugt.« Sie reichte ihm die Hand und stand auf.
Señor Nicoljaro blieb sitzen. Er sah für den Augenblick, als er ihr die Hand schüttelte, eher erschrocken als erfreut aus. »Großartig!« Seine Stimme zitterte leicht.
Katharina nahm wieder Platz. War es hier nicht üblich, zum Vertragsabschluss aufzustehen?
Señor Nicoljaro schaute in die Runde, wandte sich seinen Angestellten zu. »¡Gracias!« Er bedankte sich für die gute Vorbereitung und bat für die künftige Zusammenarbeit um hundertprozentigen Einsatz. Er erwarte von allen, Señora Clausen in jeder Hinsicht zu unterstützen. Katharina konnte seiner kleinen Ansprache gut folgen, da er langsam sprach. Ein kurzer Beifall folgte.
»Bitte entschuldigen Sie meine Mitarbeiter!« Señor Nicoljaro wirkte jetzt sehr angespannt, dabei hatte er doch sein Ziel erreicht.
»Selbstverständlich!« Sie strich sich ihre widerspenstige Strähne aus dem Gesicht. Unterdessen verließen die zwölf Angestellten den Konferenzraum. Señor Muñoz räumte die Leinwand und den Beamer zur Seite, und Señor Sánchez öffnete unter der Anrichte eine Tür und stellte eine Flasche Sekt und vier Gläser auf den Tisch.
»Wir würden gern auf unsere Zusammenarbeit anstoßen. Ist Ihnen das recht, Señora?«
Was hatte dieser Kerl nur an sich, das ihn so sympathisch machte? Erst kam er zu spät, entschuldigte sich nicht einmal dafür und zeigte ihr dann nicht den nötigen Respekt, hatte sie einfach stehen gelassen. Katharina ärgerte sich. »¡Sí!« Sie nahm ihr Handy aus der Tasche und schaltete es ein. »Entschuldigen Sie mich bitte einen Moment!« Sie lief zum Fenster, sah auf die vielbefahrene Straße hinunter. Auf ihrer Uhr war es 12 Uhr, in Deutschland damit fünf Stunden später. Sie teilte ihrem Chef, der noch immer wegen seiner Herzprobleme im Krankenhaus lag, ihre Entscheidung mit. Er klang sehr zufrieden und wünschte ihr weiterhin gutes Gelingen. Beim Ausschalten des Handys fiel ihr Blick auf die leere Stuhlreihe auf der Tischseite, wo nur noch Señor Nicoljaro saß. Zwischen den verchromten Stuhlbeinen, die durch die Sonne aufblitzten, funkelten die Speichen eines Rollstuhls. Hastig drehte sie sich zum Fenster um. Hoffentlich hatte keiner ihr blödes Gesicht gesehen, das sie soeben zweifelsohne gehabt haben musste.
Jetzt war ihr natürlich klar, warum an dieser Stelle kein Stuhl stand. Deshalb war er nicht von Anfang an dabei, er fühlte sich vielleicht unwohl, als Einziger sitzenbleiben zu müssen. Ihr Mund war plötzlich trocken. Mit ihrer Geste, aufzustehen, hatte sie ihn vermutlich in eine unangenehme Situation gebracht.
»Alles in Ordnung, Señora?«, fragte Señor Muñoz.
»¡Sí!«, antwortete sie schnell, damit niemand auf die Idee kam, ihr könnte gerade etwas aufgefallen sein. Hörbar trat der Korken aus dem Flaschenhals.
Sie wandte sich lächelnd um. »Die besten Empfehlungen von Herrn Klesse!« Sie wählte den Weg um den Tisch, den sie gekommen war, legte ihr Telefon ab und setzte sich, um die Papiere zu unterzeichnen. Anschließend schob sie Señor Nicoljaro die Dokumente zu. »Herr Klesse ist mit Ihnen den Vertrag bereits durchgegangen, richtig?«
»Das ist er, Señora.« Er sah sie an, sodass ihr fast schwindlig wurde und sie sich für ihre Gedanken schämte. Endlich nahm er den Blick von ihr und unterschrieb nach flüchtigem Sichten den Vertrag. Dann gab er ihr die Papiere zurück. Katharina überprüfte nochmal das Datum und die Unterschriften und besiegelte das Geschäft ein weiteres Mal mit einem Händedruck, diesmal jedoch im Sitzen. »Auf gute und erfolgreiche Zusammenarbeit, Señor Nicoljaro!« Ein Exemplar gab sie ihm in der vorgesehenen Mappe zurück. Erneut sah er sie intensiv an. Señor Sánchez reichte ihr ein Glas Sekt.
»¡Gracias!« Sie konnte kaum abwarten, zu trinken, ihr Mund war noch immer trocken.
Die drei Männer hielten ihr ihre Gläser entgegen, »Auf unseren gemeinsamen Erfolg!« Señor Nicoljaro zwinkerte ihr mit dem rechten Auge zu, dabei zeichnete sich eine helle Narbe auf dem Wangenknochen ab.
Katharina spürte ein merkwürdiges Kribbeln im Bauch, das sie seit einer Ewigkeit nicht mehr verspürt hatte. Innerlich schüttelte sie über sich selbst den Kopf. Señor Nicoljaro war ein attraktiver Mann, der trotz seines Rollstuhls bestimmt längst vergeben war. Seine Freundlichkeit spiegelte vermutlich nur den erfolgreichen Vertragsabschluss wider und hatte mit ihrer Person rein gar nichts zu tun.
»Señor Sánchez, mein Stellvertreter«, Señor Nicoljaro stellte das Glas auf dem Tisch ab, »wird Sie herumführen und Ihnen alles zeigen. Señor Muñoz ist für die Organisation zuständig. Er wird Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen.«
Señor Muñoz trank sein Glas aus. »Ihr Schreibtisch wird morgen fertig sein.«
»Danke.« Katharina verstaute den Vertrag in der Mappe.
»Sowohl an Ihrem Arbeitsplatz als auch in Ihrem Appartement haben sie einen Internetanschluss. Herr Klesse bestand darauf. Ich hoffe, Sie werden sich bei uns wohl fühlen.« Señor Nicoljaro lächelte, wobei wieder die kleinen Lachfalten in den Augenwinkeln entstanden.
Katharina nahm ein unbeschreibliches Glücksgefühl wahr, von dem sie nicht wusste, woher es kam. »Bisher habe ich daran keinen Zweifel.«
»Señor Muñoz wird Sie nachher ins Hotel zurückfahren.« Señor Nicoljaro nippte an seinem Sektglas. »Ich möchte Ihnen noch ein paar Dinge ans Herz legen. Wenn Sie sich allein auf den Weg durch Bogotá machen, können Sie den TransMilenio nutzten, allerdings lauern an den Haltestellen sowie in den überfüllten Bussen Taschendiebe. Leider ein großes Problem hier in der Stadt. Seien Sie bitte vorsichtig und tragen Sie möglichst wenig Schmuck.«
»Ich fahre Sie gern durch die Gegend, Señora.« Señor Muñoz stand auf. »Entschuldigen Sie mich!« Er ging hinaus.
»Nutzen Sie sein Angebot!« Señor Nicoljaro zwinkerte ihr zu. »Um die Stadt und ihre Tücken kennenzulernen, ist man an der Seite eines Einheimischen in bester Gesellschaft.«
Katharina nickte, es hatte sich in all den Jahren also nicht viel verändert. Sie leerte ihr Glas. Señor Sánchez wollte nachschenken. »Danke!« Sie hob ihre Hand. »Ich hab genug!«
»Wenn Sie möchten, zeige ich Ihnen jetzt alles.« Señor Sánchez stellte die Flasche zur Seite.
»Sehr gern! Als Erstes bräuchte ich eine Toilette.«
Señor Sánchez öffnete ihr die Tür. »Kommen Sie bitte!«
»Bis später!« Sie stand auf und warf Señor Nicoljaro ein Lächeln zu, als sie hinausging.

27. Dezember 2013

Zum Jahreswechsel ...

... wünsche ich Euch viel Gesundheit, noch mehr Zufriedenheit, zahlreiche Erfolge und unendlich viel Glück!


Bevor das neue Jahr beginnt, schaue ich gern auf das alte Jahr zurück.

Meine persönlicher Lichtblicke?

Zweifelsohne zählt dazu mein Thriller ¿Identität?, der mich wirklich viele Jahre beschäftigt hat und am 17.11.2013 den Weg in die Öffentlichkeit fand!

Hier erwarten den Leser Abenteuer, Intrigen, südamerikanischem Flair, Liebe, Leidenschaft und Spannung!


¿Identität? ist als Gesamtausgabe (ca. 501 Seiten) für 5,20 € erhältlich 
sowie in zwei Teilen 
(Teil 1 ca.252 Seiten) "Sehnsucht" und 
(Teil 2 ca.254 Seiten) "Vergessen" 
für je 2,99 €.

Eine Leserin schreibt:
 ... Perfekt recherchiert, dass dies auch wirklich glaubwürdig rüber kommt, dass der Roman, wie ein Film sich vor meinen Augen abspielte und die Protagonisten realistische Gestalten annahmen und mich auf die abenteuerliche Reise durch Kolumbien mitnahmen ...

Ein Leser schreibt:
Mit einer furiosen, auf wachsende Spannung setzenden Erzähltechnik steigert Angela Planert gleich am Anfang des zweiten Teils ihres Thrillers »¿Identität?« deutlich das Tempo. Aus dem bislang eher hinterhältigen Intrigenspiel um einen angeblich verlorenen Sohn wird ein knallhartes Actiondrama, bei dem nicht nur Blut fließt. Auch die lange im zwielichten Nebel der psychologisch exzellent aufgebauten Handlungsstrategie verborgenen Fronten zwischen den Hauptakteuren klären sich, manchmal auf recht überraschende Weise. Heraus kommt schließlich ein meisterhaft inszeniertes dunkles Familiendrama mit unübersehbar shakespearesken Akzenten. Wäre es nicht im tropisch-heißen Kolumbien angesiedelt, würde die Geschichte von Antonio und Katharina wunderbar in das nebelumwobene schottische Schloss eines Macbeth passen.

28. August 2013

Die 10 Gewinner ...


Gestern ging das Gewinnspiel zum Thriller ¿Identität? zu ende!

Herzlichen Dank für Eure rege Teilnahme, die meine Initiative zu diesem Rätsel bestätigt hat!

Besonders habe ich mich über die Wiederholungstäter gefreut! ;)


Um die Auslosung objektiv durchzuführen, entschied ich mich für das gute alte Losverfahren.

Bitte nicht traurig sein, wenn Ihr diesmal leer ausgegangen seid. Das nächste Gewinnspiel ist bereits in Arbeit und Ihr hattet sicherlich trotz allem Spaß beim Lesen und raten.

Den folgenden zehn Gewinnern gratuliere ich

herzlich!!!

Uwe Taechl
Nicole Pichler
Rudolf Strischek
Hagen Schäfer
Claudia Hoffmann
Ursula Krüger
Nadja Hirsch
Yvonne Boas
Martin Staesche
Burghardt Meyer

Über xinxii stelle ich Euch die Tage je einen Coupon zur Verfügung, über den Ihr Euer E-Book erhaltet.
 
Vielen Dank für Euer Interesse und nun wünsche ich Euch viel Spaß beim lesen!!!









9. Juli 2013

Gewinnspiel ...

... zum Thriller ¿Identität?


Die rege Teilnahme meiner vergangenen Gewinnspiele hat mich dazu bewogen, die Rätselfreunde unter meinen Lesern mal wieder zu fordern.


Zu gewinnen gibt es diesmal den kompletten Band (Teil 1 + 2) von

¿Identität? und das ganze zehn Mal!


Mit Hilfe der Leseprobe von ¿Identität? sind 19 Begriffe aus dem Text heraus zu suchen.


Das senkrechte Feld ergibt dann das Lösungswort! 

  1. Name des Arztes, der im Prolog (Rückblick) genannt wird.
  2. Señor ? holt Katharina vom Flughafen ab.
  3. In der Präsentation geht es um eine spezielle Mischung aus Holz und ?
  4. Was hat Katharinas Lebenspartner verändert?
  5. Wie heißt das öffentliche Verkehrsmittel in Bogotá?
  6. Vorname des männlichen Protagonisten!
  7. Katharinas Fahrer heißt mit Vornamen?
  8. Der erste Romanteil trägt den Untertitel ?
  9. Am Tag der Präsentation wird Katharina mit einem dunkelblauer Nissan ? abgeholt.
  10. Im Norden Kolumbiens liegt die ?
  11. Im Südosten Kolumbiens stößt man auf das ?
  12. Gesucht wird der Name der Firma, mit der Katharina zusammenarbeitet.
  13. Zu Beginn des Buches findet der Leser eine Danksagung an einen Rollstuhlnutzer. Sein Vorname ist ?
  14. Währung in Kolumbien sind kolumbianische ?
  15. Titel des 13. Kapitel?
  16. Auf dem Wangenknochen von Señor Nicoljaro zeichnet sich eine helle ? ab.
  17. Im Südosten Kolumbiens erstrecken sich die Ausläufer der ? 
  18. In den Augenwinkeln von Señor Nicoljaro entstehen beim Lächeln ?
  19. Mit welchem dunkelgrünen Auto wird Katharina vom Flughafen abgeholt?
    Unten allen korrekten Einsendungen verlose ich 

    10 E-Books


    Das richtige Lösungswort bitte bis zum 

27. August 2013 einreichen.


Viel Spaß und viel Glück!