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26. Februar 2021

Geschäftsaufgabe

 Am Wochenende erreichte mich eine Mail, über die Geschäftsaufgabe meines ehemaligen Verlages.

Die Geschäftsführerin geht nun in den wohlverdienten Ruhestand, ohne jedoch einen Nachfolger gefunden zu haben.

 

Die verbleibenden Bücher (Rubor Seleno – Seleno – Felis Vigor – Vigor sowie Drachenseele) können ab 4 Bücher (je 1 € pro Buch zuzüglich Porto) beim Verlag (Homepage ist bereits vom Netz):

amicus-verlag@t-online.de

bestellen werden.


Restliche Exemplare werden anschließend vernichtet. :(

Einige Exemplare habe ich noch vorrätig, wer interessiert ist, dem signiere ich gern die Bücher. 

21. Oktober 2014

Agoniten - Vorschau

AGONITEN
Schicksal des heiligen Priesters
Selenorischer Roman V

Aufgewachsen im Regenwald muss der junge Elyian gegen seinen Willen die Priesterschule in Pachacamo besuchen. Nach seiner Weihe zum Priester der Baukunst zieht er mit seinem Großvater, einem angesehenen Baumeister, nach Campopamac, um eine Arena für Wettkämpfe zu errichten. Immer wieder offenbaren sich ihm geheimnisvolle Visionen, die er als Quetzal, einem Paradiesvogel aus Guatemala, erlebt. Wie durch ein Wunder überlebt er eine Katastrophe und wird fortan als Heiliger angesehen.

Nach dem Tod seines Großvaters verbringt er viele Monde an der Stätte seines Wirkens, um das gemeinsam begonnene Werk zu vollenden.
Eines Tages muss er gegen einen geheimnisvollen Fremden zu einem Wettkampf der besonderen Art antreten und landet auf dem berüchtigten Opferstuhl der Agoniten.


BEGEGNUNG
Elyian wagte nicht, sich zu bewegen. Die grüne Mamba züngelte mit ihrer Zunge in seine Richtung. Sie hatte ihn bemerkt. Bewegungslos verharrte er in seiner unbequemen Position, seine Hände stemmten sich mit gestreckten Armen auf den dicken Ast, während seine Beine in schwindelnder Höhe in der Luft hingen. Sein leicht nach vorn gebeugter Oberkörper verschaffte ihm den Vorteil, das Gleichgewicht etwas zu verlagern. Doch seine Kraft ließ schon merklich nach. In diesem Atemzug schien ihm das Zirpen der Grillen wie ein Hohngelächter. Lange konnte er in dieser Stellung nicht mehr ausharren. Augenblicklich hielt Elyian den Atem an, als das Reptil sich über seine linke Hand schlängelte. Ihr Kopf, damit ihre gefährlichen Giftzähne, entfernte sich weiter über kleinere Äste auf einen benachbarten Baum. Noch einen Moment wartete er, bis seine Arme vor Anstrengung zu zerreißen drohten. Tief einatmend schwang er das rechte Bein über den Ast, rutschte ein Stück zurück und lehnte sich mit dem Rücken gegen den Stamm. Das war knapp!

Mit einem Gefühl des Stolzes strich er wohl zum hundertsten Mal über seine neue Hose. Herrlich geschmeidig fühlte sie sich an. Erst kürzlich hatte er eine Würgeschlange erlegt und ihr die Haut abgezogen. Seine Mutter hatte ihm daraus eine Hose genäht und sie am Abend zuvor fertiggestellt. Elyian schloss die Augen. Auch am Vortag hatte er zum wiederholten Male einen Versuch gestartet, sie über seinen Vater auszuhorchen. Elyian wusste weder seinen Namen noch wie er ausgesehen hatte. Warum sie wohl nie über ihn reden wollte? Womöglich war er ein schlechter Mann und Mutter sehnte sich danach, ihn zu vergessen, was er durch seine Fragen verhinderte. Vielleicht war er gestorben und Mutter schmerzte sein Verlust. Welche Möglichkeiten ihm in den Sinn kamen, er konnte nur vermuten, weshalb seine Mutter dieses Thema mied.
Ein süßlicher Duft stieg Elyian in die Nase. Fast ein wenig betörend roch es. Er öffnete die Augen und schaute sich um. Drei Bäume weiter entdeckte er die große, weiße Blüte einer Bromelie. Zwei Kolibris schienen darüber zu schweben. Elyian erkannte nicht die einzelnen flinken Flügelschläge der kleinen Vögel, die es ihnen ermöglichten, auf der Stelle zu fliegen. Während er sie beobachtete, fiel ihm die Erzählung des alten Mannes aus dem Dorf ein.
»Dieser Krieger war so gewandt, dass seine Gegner seinen Bewegungen kaum folgen konnten. Wie ein Kolibri fliegt, so behände reagierte er und erledigte einen nach dem anderen. Sein Sieg im Agon brachte seiner Familie hohes Ansehen.«
Zu gern hätte Elyian die Kriegsschule besucht, um auch ein angesehener Krieger zu werden, doch dafür müsste er seinem Zuhause den Rücken kehren. Als der Wind das Blätterdach hin und her wiegte, blendeten ihn vereinzelte Sonnenstrahlen; das holte ihn wieder in die Gegenwart zurück. Hier oben in den Baumkronen vergaß er oft die Zeit. Jetzt sollte er sich beeilen, nach Hause zu kommen. Mutter mochte es nicht, wenn sie auf ihn wartete. Zügig kletterte er den Baum hinunter und rannte den schmalen Pfad zurück. Gelegentlich sprang er über dicke Äste, die über seinem Weg hingen. Dabei fühlte er sich so lebendig, so glücklich. Auf der Lichtung blieb er kurz stehen. Der Anblick des heimischen Strandes, der am Fuß des dicht bewachsenen Berges vor ihm lag, überwältigte ihn wie jedes Mal. Nach seinem Empfinden zählte er zu den schönsten Orten zwischen dem weißem und rotem Mond. Niemals wollte er diesen Ort vergessen. Dieser Gedanke stimmte ihn nachdenklich. Solange er sich erinnern konnte, lebte er hier mit seiner Mutter. Es gab keinen Grund fortzugehen, zumal seine Mutter ihn ohnehin nicht zur Kriegsschule schicken würde.
Plötzlich hielt er inne. Fußspuren führten durch den weißen Sand zur vertrauten Bambushütte, die nah am Ufer auf Pfählen gebaut war. Eindeutig handelte es sich um große, mit Ledersohlen bedeckte Füße. Gehörten die Spuren einem Krieger oder gar seinem unbekannten Vater? Elyian spürte sein Herz schneller schlagen. Langsam, mit einem heftigen Kribbeln im Bauch, ging er auf die Hütte zu und stieg die kleine Leiter nach oben. Er sah seine Mutter, wie sie sich mit einem Mann unterhielt. Sie bemerkte Elyian nicht.
»Seit jeher habt Ihr Euch den heimischen Bräuchen entsagt ...«
»Aber, Esra!« Energisch fuhr der Fremde ihr ins Wort. Er stand mit dem Rücken zum Eingang. Elyian sah nur sein braunes Gewand und seine grauen, struppigen Haare.
»Ich würde heute nicht vor Euch stehen, wenn Ihr Euch allem gebeugt hättet.«
Elyian war inzwischen hinter den Mann getreten, erst jetzt sah Esra auf. Sie riss ihre Augen auf, als habe sie mit seinem Erscheinen nicht gerechnet.
»Mutter, wer ist das?« Dieser schlanke Fremde wirkte seiner Mutter gegenüber sehr vertraut, dabei hatte er sich seinen Vater wesentlich jünger vorgestellt. Der Unbekannte drehte sich um und musterte ihn von oben bis unten. Er war einen Kopf größer als Elyian.
»Geh fischen, Elyian.« Ihre Stimme zitterte auffallend.
»Aber, Mutter, ich …«
»Geh, Elyian!«, zischte Esra energisch. Elyian gehorchte. Der ungewöhnlich barsche Ton seiner sonst so liebevollen Mutter verunsicherte ihn. Wer konnte dieser Fremde sein, wenn nicht sein Vater? Für Elyian war sein Vater wie ein geheimnisvoller Mythos. Das Erscheinen dieses Fremden und das Verhalten seiner Mutter warfen nicht nur viele Fragen, sondern auch Angst und Sorge auf. Deshalb versteckte sich Elyian im Buschwerk dicht bei der Hütte, um zu lauschen.
»Warum schickst du ihn fort?«, hörte Elyian den Mann nach einem Moment der Stille.
»Ihr befindet Euch im Irrtum. Eure Vermutung ist trügerisch.« Die letzten Worte flüsterte sie nur noch.
»Wegen ihm bis du fortgegangen?« Seine Stimme klang, als habe er einen Verdacht. »Hast du etwa geglaubt, ich würde dich verstoßen?«
»Vater, bitte!« Seine Mutter bezeichnete den Fremden als Vater? Dieser Unbekannte war also sein Großvater und nicht sein Vater, wie er anfangs vermutet hatte. Elyian schloss seinen Mund und schluckte.

12. Oktober 2014

Drachenseele

Ein herzliches Dankeschön an meine Leser von Drachenseele!
Inzwischen sich 72 Rezensionen zusammengekommen.


Auszug:

Unterwegs auf dem Fußweg zur Bahn bemerkte Marcus seine zittrigen Knie ebenso wie den leichten Schwindel. Nachher im Flugzeug konnte er sich ausruhen, jetzt durfte er nicht trödeln, sonst verpasste er am Ende noch seinen Flug.


Wenn er nur halb so elend aussah wie er sich fühlte, musste er geisterhaft auf andere wirken. Es verwunderte ihn deshalb nicht, wie die vorbeilaufenden Passanten ihn anstarrten. Endlich lag der Bahnhof in Sichtweite. Eine Autohupe in seiner Nähe ließ ihn zusammenzucken. Er ärgerte sich über seine Schreckhaftigkeit und ging umso schneller weiter.
„Marcus?“, hörte er Nicole hinter sich rufen. Er durfte sich nicht umdrehen, sie in ihrer Hoffnung bestärken, denn für einen Wortwechsel war keine Zeit.
„Marcus! So warte doch!“
Nein! Er brachte es nicht übers Herz sie zu ignorieren, also blieb er stehen. Kleine Lichtfunken erschienen vor seinen Augen, verschwanden zum Glück aber schnell. Sein Puls raste. Nicole berührte von hinten seinen rechten Arm, dann ging sie um ihn herum. Ihre Augen wurden immer größer, während sie ihm ins Gesicht sah. „Mein Gott, was tust du hier?“ Sie ergriff seine rechte Hand und zog ihn zur Seite. Am Straßenrand hielt der Wagen von Sven. Marcus konnte durch das spiegelnde Licht der Sonne in der Frontscheibe keinen Fahrer am Steuer erkennen.
„Ich danke dir.“ Er schluckte, versuchte seinem Schwindel, seiner aufkommenden Übelkeit entgegenzuwirken. „Mir läuft die Zeit davon. Ich muss zurück.“
„Zurück? Ich sehe dir doch an, wie schlecht es dir geht, deine glasigen Augen, deine blasse Gesichtsfarbe. Lass mich dir helfen.“
Er riss sich von ihrem Griff los, das kostete Kraft, dabei weniger körperliche. „Nicole!“ Nein! Die Zeit drängte ihn, er musste sich kurz fassen. Er holte Luft. „Tut mir Leid. Ich muss gehen.“ ...



Wenn jemand Dein Leben beendet, wie gehts Du damit um, vor allem, wenn du gar nicht tot bist?

Drachenseele für 3,70 € als E-Book auf Amazon 
und überall wo es Bücher gibt,
als Taschenbuch und als Hörbuch


19. August 2014

Im Reich der zwei Monde


Unter dem Einfluss zweier gegensätzlicher Mondkräfte erzählen die Bücher "Im Reich der zwei Monde" spannende mittelalterlich anmutende Geschichten mit wechselnden Protagonisten.



Rubor Seleno, erster selenorischer Roman:
Gerrit wächst als Findelkind im Kloster der Selenoriten heran. Bereits dort zeichnet er sich durch besondere Begabungen aus. Seine Ausbildung auf der Burg des geheimnisvollen und grausamen Vamun ruft fatale Veränderungen in ihm hervor.
Er selbst fühlt sich zum Meer sowie zu einer rätselhaften Burgruine hingezogen und forscht insgeheim nach seinen Wurzeln. Eines Tages wird Gerrit von schwarzgekleideten Gestalten gefangen genommen und auf ein Schiff verschleppt. 







Seleno, zweiter selenorischer Roman:
Mit einem außergewöhnlichen Ritual gewinnt Gerrit sein Augenlicht zurück. Seine veränderten Fähigkeiten stellen ihn immer wieder vor neue Herausforderungen, bis er Zusammenhänge mit den Prophezeiungen aus den alten Büchern zu erkennen glaubt. 

Sein treuer Gefährte Sanar scheint mehr über seine Veränderungen zu wissen, als er zunächst preisgibt.






Die E-Books sind zum Beispiel auf XinXii, Amazon, Kobo, Weltbild, Thalia, Hugendubel und vielen weiten Portalen wie Google Play erhältlich.


Weitere Bücher folgen demnächst:






21. Juli 2014

Tage der Drachenseele

Hiermit lade ich Euch herzlich zu den 

"Tagen der Drachenseele" 

ein!

Vom 25.07.2014 - 07.08.2014
biete ich Euch das E-Book "DRACHENSEELE" 
für günstige 0,99 € an.

XinXii
Amazon



Wer das Buch bereits kennt, dazu Fragen oder Anregungen hat, ist in dieser Zeit herzlich eingeladen die 
"Tage der Drachenseele"
über diesen Eintrag dafür zu nutzen.

Bis zum 25.08.2014 werde ich die originellsten Rezensionen zu Drachenseele mit einem Buchpaket belohnen.
Hinterlasst mir den Link zu Eurer Rezension  
z. B. zu Eurer Facebookseite oder zu Eurem Blog.

Ob ungewöhnlichen Rezension (hier ein Beispiel), Podcast oder Video-Rezension zum Buch "Drachenseele" ist Euch überlassen.








26. Juni 2014

Buchtipp

Leseprobe


Leser - Meinung zum Buch: 


Eine wirklich spannende Mischung aus Thriller und Liebesgeschichte. 

Das Buch ist großteils aus der Sicht von Katharina erzählt und man kann sich gut in sie hinein versetzen. Der tolle und flüssige Schreibstil fesselt einen an das Buch. Ich konnte es kaum aus der Hand legen.
Sehr gelungen fand ich den Einbau der Umgebung, des Landes und der Sprache in die Geschichte. Die spanische Sprache ist sehr schön eingearbeitet und man versteht trotzdem alles (auch wenn man so wie ich kein Wort spanisch kann!).

Die Charaktere sind alle gut beschrieben und realistisch dargestellt. Toll fand ich die "Entwicklung" von Antonio, der anfangs eher kalt und arrogant wirkt aber eigentlich sehr nett ist. Bei allem was er durchmachen musste ist sein Verhalten aber kein Wunder.
Allerdings beginnt man sich irgendwann zu fragen wer er wirklich ist und was von seinem Verhalten echt oder gespielt ist.

Aus der anfänglichen Liebesgeschichte entwickelt sich sehr schnell ein spannender actionreicher Thriller, mit vielen offenen Fragen. Trotz der vielen Wendungen und immer neuen und größeren Katastrophen wirkt das Buch nicht überladen und bleibt bis zu Ende hin unglaublich spannend.

¿Identität? gibt es überall, wo es E-Books gibt!

Hier eine kleine Auswahl an Links:


¿Identität? - Gesamtausgabe auf Thalia

¿Identität? aus Amazon


¿Identität? auf Google Play


¿Identität? Gesamtausgabe auf Weltbild


¿Identität? - Gesamtausgabe auf Kobo 


oder 

als 

Taschenbuch



Das E-Book gibt es auch in zwei Teilen 

(für alle, die sich nicht gleich die Gesamtausgabe kaufen möchten)

¿Identität? (Teil 1 Sehnsucht)

¿Identität? (Teil 2 Vergessen)






6. Mai 2014

Seleno

Nach "Rubor Seleno, dem ersten selenorischen Roman" dürfen sich meine Leser nun auf die Fortsetzung "Seleno" mit Gerrit freuen.


Buchinhalt:
Mit einem außergewöhnlichen Ritual gewinnt Gerrit sein Augenlicht zurück. Seine veränderten Fähigkeiten stellen ihn immer wieder vor neue Herausforderungen, bis er Zusammenhänge mit den Prophezeiungen aus den alten Büchern zu erkennen glaubt. 


Sein treuer Gefährte Sanar scheint mehr über seine Veränderungen zu wissen, als er zunächst preisgibt.


Das Doppelband, "Rubor Seleno & Seleno" ist ebenfalls 
(bisher nur auf Amazon) erhältlich.


Nur für kurze Zeit biete ich "Seleno" zum günstigen Einstiegspreis von 1 € an.

18. April 2014

Gewinner


Die Gewinner zum Gewinnspiel "Wer macht das Rennen" stehen fest!

An alle Teilnehmer ein großes Dankeschön fürs Mitmachen!

Cover 3 ist mit 15 von 18 Stimmen eindeutig euer Favorit!

Herzlich Glückwunsch zum E-Book ¿Identität?

Eva Joachimsen
Chris van Harb
Daniel Düsentrieb
Manuela Nagel
Prinz Rupi




28. März 2014

Auflösung

Für Eure rege Teilnahme an meinem Gewinnspiel zu Drachenseele bedanke ich mich herzlich!

Ich hoffe, Euch hat es mindestens soviel Spaß gemacht wie mir! 

Neue Chance, neues Glück:
 Diesmal ein Gewinnspiel zum Thriller ohne Suchen! Nennt mir einfach Euren Favoriten und schon seit Ihr im Lostopf!



Insgesamt sind es zehn Unterschiede:

Zwei richtige Antworten waren von 
und
dabei!

Herzlichen Glückwunsch Sandra!
Herzlichen Glückwunsch Melanie! 

Ihr habt das E-Book "Drachenseele" gewonnen!

10. März 2014

Neues Cover ...

 ... für die Gesamtausgabe von ¿Identität?


Seit Neustem zeigt sich ¿Identität? im neuen "Kleid".

Warum? Beim Surfen durchs Netz blieb ich kürzlich an diesem Bild hängen. Für Antonios Geschichte, wie gemacht, dachte ich, und nahm ich zu Urbex District Kontakt auf. Wie Ihr schwerlich erkennen könnt, sind wir uns schnell einig geworden.

Das ist aber noch nicht alles!

In ein paar Tagen wird es, wer auf den Link geht kann es schon erkennen, 
endlich auch das Taschenbuch zu ¿Identität? geben.







5. März 2014

Gewinnspiel bis zum 27. März 2014


Das Cover von "Drachenseele" erntet immer wieder große Aufmerksamkeit! 

Ein guter Grund ein Gewinnspiel zu veranstalten:




In dem linken Cover habe ich ein paar Fehler eingebaut. 

Schreibt mir bis 
27. März 2014 
die Anzahl der Fehler 
als Kommentar!

Unten allen richtigen Antworten verlose ich fünf E-Books (epub oder Mobi) von Drachenseele.



"Drachenseele" gibt es in in drei Ausgaben:

Als E-Book, als Taschenbuch sowie als Hörbuch!






19. Januar 2014

Das Leben, die Liebe und eine falsche Identität?

Buchvorstellung:
Eine berufliche Herausforderung führt Katharina nach Kolumbien. Jahrelang hatte sie von einer solchen Gelegenheit geträumt. In Bogotá soll sie gemeinsam mit der dort ansässigen Firma Vassquéz einen Geschäftszweig aufbauen, um den Export von Tropenhölzern zu reduzieren. Nach einigen Hindernissen lernt sie ihren attraktiven Geschäftspartner Antonio Nicoljaro, der im Rollstuhl sitzt, näher kennen und verliebt sich in ihn. Verwirrt und am Ende ihrer Kraft erreicht Katharina nach einer Entführung die Firma Vassquéz. Antonio umsorgt sie hingebungsvoll und überrascht sie mit einem traumhaften Wochenende. Zwei Tage dem Ausflug wird Antonio bei einer Explosion unter den Trümmern seines Hauses begraben und schwerverletzt geborgen. Kurz darauf verschwindet Antonio aus dem Krankenhaus. Auf der Suche nach ihm stößt Katharina auf verblüffende Tatsachen. Antonio Nicoljaro starb im Alter von fünf Jahren.
Wer ist der Mann wirklich, der mit der Identität eines toten Kindes lebt?


¿Identität? gibt es als »Teil 1 Sehnsucht« und als »Teil 2 Vergessen«, sowie als als Gesamtausgabe (Sehnsucht und Vergessen). 

Rezensionen sind mir sehr willkommen.

Leseprobe aus dem 1. Kapitel:
Fünf vor Neun stand Katharina vor dem Hotel. Die Sonne schien zwischen vereinzelten weißen Wolken hervor, die langsam über den blauen Himmel zogen. Dieser Anblick versprach einen freundlichen Tag. Sie sah die Straße hinunter, ob sie den dunkelgrünen Lada Niva von gestern wiedererkannte. Zahlreiche Autos düsten an ihr vorbei.
Ungeduldig schaute sie immer wieder auf die Uhr ihres Handys. Zweifel kamen auf, ob sie alles richtig verstanden hatte. Diese Präsentation war zu wichtig, um sie zu verpassen! Ihre Finger zitterten vor Aufregung. Plötzlich hielt ein dunkelblauer Nissan Patrol mit quietschenden Reifen direkt vor ihr. Die Scheibe der Beifahrertür war unten und der Fahrer beugte sich zu ihr rüber. »¡Buenos días, Señora!«
»¡Buenos días, Señor!« Ihr fiel ein Stein vom Herzen, und sie stieg ein.
»¡Disculpe, mein Wagen streikt.«
Sie sah sich um. Das Auto hatte zwar auch schon einige Jahre hinter sich, wirkte jedoch vertrauenserweckender als der Lada.
»Ausgerechnet heute«, knurrte Muñoz. »Haben Sie gut geschlafen?«
»Es ging so! Alles noch recht ungewohnt.«
»Die Höhenluft macht vielen anfangs zu schaffen.« Er musterte sie kurz.
»Daran werde ich mich gewöhnen.«
»Ich weiß, diese Präsentation ist sehr wichtig für Sie.« Der Fahrer achtete auf den zähflüssigen, meist stockenden Verkehr, warf ihr nur flüchtige Blicke zu. »Die Verbindung nach Deutschland ist für Vassquéz ein bedeutender Schritt und würde uns damit einen internationalen Ruf verschaffen.«
»¡Sí!«
Er lächelte, schien sich über die knappe Antwort zu amüsieren. »Ich stehe Ihnen zur Seite, wenn Sie etwas nicht verstehen und wenn Sie Fragen haben.«
»¡Gracias!«
Señor Muñoz wirkte nervös, offenbar arbeitete er bei Vassquéz nicht nur als Fahrer und hegte, aus welchem Grund auch immer, großes Interesse an diesem Geschäft. Sie wollte sich aber davon nicht beeinflussen lassen und schaute aus dem Fenster, ohne wirklich hinzusehen. Ihre Anspannung stieg. Ihr Chef in Deutschland hatte sich nach mehreren Verhandlungsgesprächen über Vassquéz ein fundiertes Urteil gebildet, doch die endgültige Entscheidung sollte Katharina treffen. Schließlich lag es anschließend in ihren Händen, die Umsetzung des geplanten Projektes durchzuführen. Sie war befugt, das Konzept entweder abzulehnen oder den vorbereiteten Vertrag mit Vassquéz zu schließen. Im ersten Fall müsste sie schneller abreisen, als ihr lieb war. Für sich, für ihre Träume, hoffte sie natürlich, dass die bevorstehende Präsentation überzeugend war.

Auf einem Hinterhof relativ moderner Geschäftshäuser mit einer großzügigen Fensterfront parkte Muñoz den Wagen. Flüchtig sah er beim Aussteigen auf die Uhr. »Kommen Sie!« Er wies auf das Vorderhaus. Am Eingang stand ein Angestellter in einem grauen Anzug und hielt die Glastür offen.
»Gracias, Enrique«, warf ihm Señor Muñoz beim Vorbeigehen entgegen. Enrique antwortete mit einer Aussage, die »Sie warten schon …« heißen konnte. Katharina zog ihr Handy aus der Tasche und schaltete es aus. Jede Ablenkung wollte sie ab jetzt vermeiden.
Ihr Begleiter zeigte auf den Fahrstuhl. »¡Pase usted! Nervös?« Er sah ihr zunächst ins Gesicht und drückte anschließend auf den obersten Knopf: Etage 5.
»Un poco«, flüsterte sie. Ihr schneller Herzschlag war sicherlich deutlich zu hören.
In Gedanken versuchte sie, sich Señor Nicoljaro vorzustellen. Ein älterer gepflegter Señor, Mitte Fünfzig, bestimmt ein bisschen versnobt wie die meisten Geschäftsführer, die sie bisher kennengelernt hatte.
Die Fahrstuhltür schob sich zur Seite und gab den Blick auf einen hellen Vorraum frei, in dem eine ausladende Grünpflanze vor einem bodentiefen Fenster stand. Von den vier Türen öffnete sich die linke, mittlere, und ein Señor, ungefähr Ende Dreißig mit kantigen Gesichtszügen, reichte ihr die Hand zur Begrüßung. »¡Encantado! Ich bin Señor Sánchez. Bitte kommen Sie.« Hörbar hatte er Mühe, die deutschen Wörter auszusprechen. Er führte Katharina in einen großen Konferenzraum mit einer breiten Fensterfront sowie einer weiteren Tür. An dem ovalen Tisch in der Mitte des Raumes saßen zwei Damen und zehn Herren. Jeder erhob sich kurz und nickte Katharina freundlich zu, während Señor Sánchez sie vorstellte, ihre jeweilige Funktion erklärte und wie lange sie bereits für Vassquéz tätig waren. Katharina musste sich konzentrieren, um seinem spanischen Akzent folgen zu können. Keiner der Angestellten war weniger als fünf Jahre in der Firma. Das sprach für ein gutes Betriebsklima.
Der leere Platz am schmalen Bogen des ovalen Tisches machte Katharina bewusst, dass Señor Nicoljaro offenbar keine Notwendigkeit sah, an diesem Treffen teilzunehmen. Das missfiel ihr.
»¿Le gustaría un café o agua?«, fragte Señor Sánchez und wies ihr den einzig freien Stuhl zu.
»Agua, por favor.« Sie setzte sich hin, warf dabei einen flüchtigen Blick auf die Lücke, zwei Stühle links von ihr. Sie fühlte sich verunsichert, ja fast gekränkt, dass sich Señor Nicoljaro nicht einmal entschuldigen ließ, und überlegte, nachzufragen, entschied sich dann aber, abzuwarten. Sie legte ihren Schreibblock und ihr Laptop auf den Tisch, während Señor Sánchez aus einer Wasserflasche ein Glas voll goss und  vor ihr auf den Tisch platzierte.
Anschließend schaltete er den Beamer an, zog die Leinwand rechts vor ihr herunter und die dunkelblauen Vorhänge vor die Fenster.
Katharina drehte sich ein kleines Stück nach rechts, damit sie bequem die Präsentation sehen konnte.
Señor Sánchez ging auf die gegenüberliegende Seite der Leinwand und startete mit seinem Laptop die Vorführung.
Für Katharina war sie ansprechend gestaltet, erklärt wurde auf Englisch, was ihr sehr entgegen kam. Ihre Spanischkenntnisse hätten dafür nicht ausgereicht. Sie bekam einen aufschlussreichen Überblick über das Verfahren, die Verfertigung und das Material. Der Vertrieb würde sich auf ganz Südamerika erstrecken. Durch die neue Technik mit einer realen Holzoptik war der große Hersteller in den USA kein wirklicher Konkurrent. Bisher klang das Konzept recht überzeugend.
Zwischendurch notierte sie sich ein paar Stichpunkte, zu denen sie später Näheres erfragen wollte. Die meisten Formulierungen dazu hatte sie bereits im Kopf. Trotzdem war es praktischer, bei ihrer Aufregung ihre vorbereitete Liste zur Hilfe zu nehmen, um nicht am Ende etwas Bedeutendes zu übersehen.
Nach zwanzig Minuten zog Señor Muñoz die Vorhänge zurück.
»Ich hoffe, Sie konnten folgen?«, fragte Señor Sánchez und ging um den Tisch herum auf die Leinwand zu.
Katharina nickte, klappte ihren Laptop auf und schaltete ihn an. Manche Fragen stellte sie, obwohl sie die Antworten im Voraus kannte. »Diese spezielle Mischung aus Holz und Polymeren ist laut Ihrer Darstellung die Erfindung von Vassquéz?«
Señor Sánchez lächelte, als habe er mit dieser Äußerung gerechnet. »Unsere Firmenphilosophie begleitet uns seit mehreren Jahren. Unser wichtiges Anliegen war und ist, die Verarbeitung tropische Hölzer zu reduzieren. Wir mussten also eine vergleichbare Alternative schaffen.«
Katharina hörte ihm aufmerksam zu.
»Mit diesem Gedanken entwickelten wir unser ›Gigawood-Projekt‹. Anfangs wurden wir belächelt, keiner war bereit, uns zu unterstützen, geschweige denn, uns zu finanzieren. Wir sahen uns gezwungen, das Vorhaben vorerst zu verschieben, bis eine deutsche Firma Interesse bekundete.«
Katharina strich sich eine Strähne aus dem Gesicht. Endlich kam Señor Sánchez auf den Punkt.
»Diese Methode eines Tages selbst verwenden zu können, haben wir uns bei den Verhandlungen seinerzeit vorbehalten. Die meisten Kunden vermissen bei der derzeitigen Ausführung das typische Holzmuster, die Lebendigkeit der Holzmaserung, und genau das werden wir mit unserer neuen Technik dem Käufer bieten.«
Katharina sah auf ihre Liste. Ganz oben stand eine Frage ihres Chefs, die ihr unangenehm war. Sie atmete tief, um Mut zu sammeln. »Für eine Firma, die internationale Geschäfte tätigt, präsentieren Sie sich hier in diesem Gebäude eher bescheiden.« Sie trank ein Schluck Wasser. Im Augenwinkel sah sie plötzlich, dass der leere Platz am Tisch inzwischen besetzt war. Sie hatte niemanden beim Hereinkommen bemerkt, geschweige gehört, dass man einen Stuhl dazu gestellt hatte. Zunächst ließ sie sich nicht irritieren.
»Señora!« Ihr Gesprächspartner klang leicht verärgert. »Wir sind an der Zweckmäßigkeit unseres Projektes interessiert, halten an unserer Firmenphilosophie fest. Sollte das für Ihr Unternehmen ein Problem sein, dann ...«
Sie hob ihre Hand, um die Situation zu beenden. »Genau das wollte ich von Ihnen hören!« Sie lächelte Señor Sánchez an, dabei entging ihr nicht, wie er sich mit jemand zu ihrer Linken still verständigte.
»Verzeihen Sie, Señora Clausen«, hörte sie eine angenehme dunkle Männerstimme. Sie schwenkte ihren Blick nach links. »Señor Nicoljaro.« Der Mann reichte ihr die Hand über den Tisch.
Sie war zu überrascht, um ihm eine passende Antwort zu geben. Der Kerl hatte nicht einmal den Anstand aufzustehen. Sie ergriff flüchtig seine kräftige Hand und sah ihm derweil bewusst ins Gesicht. Seine großen blauen Augen musterten sie.
Er war bestimmt erst Ende Dreißig, Anfang Vierzig vielleicht. Sein gepflegter Dreitagebart schmeichelte seinem schmalen Kinn. Seine Gesichtszüge waren männlich, aber nicht kantig. Lediglich über der Stirn trug er seine kurzen braunen Haare etwas länger, wo sie bis zu den dichten Augenbrauen hingen. Obwohl Katharina blaue Augen eigentlich nicht anziehend fand, war diese Kombination mit der dunklen südamerikanischen Haut auf ihre Art faszinierend. Sie spürte, wie eine Gänsehaut ihren Körper überzog.
»Es freut mich sehr, Sie kennenzulernen.« Señor Nicoljaro lächelte, dabei entstanden kleine Lachfalten in den Augenwinkeln. »Ihre Frage diente vermutlich der Überprüfung unserer Glaubwürdigkeit. Herr Klesse schien genau das an Vassquéz zu schätzen!« Sein Deutsch war auffallend sauber.
»So ist es!« Es gab für sie keinen Anlass, darauf einzugehen. Katharina sah auf ihren Bildschirm, um sich dem nächsten Punkt, dem Produktionsstandort, zu widmen. Señor Nicoljaro gelang es in dem folgenden Gespräch, sämtliche Bedenken, die sie heute Morgen noch hatte, auszuräumen. Dem Vertrag stand nichts mehr im Weg. Zur Sicherheit überprüfte sie ein letztes Mal ihre Liste sowie ihre Stichpunkte, die sie während der Präsentation gemacht hatte.
»Señora Clausen?« Señor Nicoljaro wartete, bis sie ihn ansah. »Konnten wir Sie überzeugen oder haben Sie weitere Fragen?«
Sie klappte den Laptop zu, warf einen flüchtigen Blick auf ihren Block. Das war zu einfach … Zweifel tauchten für den Bruchteil einer Sekunde auf. War ihr Wunsch, in Kolumbien zu bleiben, so groß, dass sie vielleicht nicht objektiv genug war? Nein! Das Projekt hatte Zukunft, es musste funktionieren.
»Wenn Sie wünschen, geben wir Ihnen Bedenkzeit«, bot Señor Nicoljaro an.
»¡Gracias! Das ist nicht nötig.« Sie trank ihr Glas leer und zog den Hefter unter ihrem Schreibblock hervor, in dem die vorbereiteten Verträge lagen. »Sie haben mich überzeugt.« Sie reichte ihm die Hand und stand auf.
Señor Nicoljaro blieb sitzen. Er sah für den Augenblick, als er ihr die Hand schüttelte, eher erschrocken als erfreut aus. »Großartig!« Seine Stimme zitterte leicht.
Katharina nahm wieder Platz. War es hier nicht üblich, zum Vertragsabschluss aufzustehen?
Señor Nicoljaro schaute in die Runde, wandte sich seinen Angestellten zu. »¡Gracias!« Er bedankte sich für die gute Vorbereitung und bat für die künftige Zusammenarbeit um hundertprozentigen Einsatz. Er erwarte von allen, Señora Clausen in jeder Hinsicht zu unterstützen. Katharina konnte seiner kleinen Ansprache gut folgen, da er langsam sprach. Ein kurzer Beifall folgte.
»Bitte entschuldigen Sie meine Mitarbeiter!« Señor Nicoljaro wirkte jetzt sehr angespannt, dabei hatte er doch sein Ziel erreicht.
»Selbstverständlich!« Sie strich sich ihre widerspenstige Strähne aus dem Gesicht. Unterdessen verließen die zwölf Angestellten den Konferenzraum. Señor Muñoz räumte die Leinwand und den Beamer zur Seite, und Señor Sánchez öffnete unter der Anrichte eine Tür und stellte eine Flasche Sekt und vier Gläser auf den Tisch.
»Wir würden gern auf unsere Zusammenarbeit anstoßen. Ist Ihnen das recht, Señora?«
Was hatte dieser Kerl nur an sich, das ihn so sympathisch machte? Erst kam er zu spät, entschuldigte sich nicht einmal dafür und zeigte ihr dann nicht den nötigen Respekt, hatte sie einfach stehen gelassen. Katharina ärgerte sich. »¡Sí!« Sie nahm ihr Handy aus der Tasche und schaltete es ein. »Entschuldigen Sie mich bitte einen Moment!« Sie lief zum Fenster, sah auf die vielbefahrene Straße hinunter. Auf ihrer Uhr war es 12 Uhr, in Deutschland damit fünf Stunden später. Sie teilte ihrem Chef, der noch immer wegen seiner Herzprobleme im Krankenhaus lag, ihre Entscheidung mit. Er klang sehr zufrieden und wünschte ihr weiterhin gutes Gelingen. Beim Ausschalten des Handys fiel ihr Blick auf die leere Stuhlreihe auf der Tischseite, wo nur noch Señor Nicoljaro saß. Zwischen den verchromten Stuhlbeinen, die durch die Sonne aufblitzten, funkelten die Speichen eines Rollstuhls. Hastig drehte sie sich zum Fenster um. Hoffentlich hatte keiner ihr blödes Gesicht gesehen, das sie soeben zweifelsohne gehabt haben musste.
Jetzt war ihr natürlich klar, warum an dieser Stelle kein Stuhl stand. Deshalb war er nicht von Anfang an dabei, er fühlte sich vielleicht unwohl, als Einziger sitzenbleiben zu müssen. Ihr Mund war plötzlich trocken. Mit ihrer Geste, aufzustehen, hatte sie ihn vermutlich in eine unangenehme Situation gebracht.
»Alles in Ordnung, Señora?«, fragte Señor Muñoz.
»¡Sí!«, antwortete sie schnell, damit niemand auf die Idee kam, ihr könnte gerade etwas aufgefallen sein. Hörbar trat der Korken aus dem Flaschenhals.
Sie wandte sich lächelnd um. »Die besten Empfehlungen von Herrn Klesse!« Sie wählte den Weg um den Tisch, den sie gekommen war, legte ihr Telefon ab und setzte sich, um die Papiere zu unterzeichnen. Anschließend schob sie Señor Nicoljaro die Dokumente zu. »Herr Klesse ist mit Ihnen den Vertrag bereits durchgegangen, richtig?«
»Das ist er, Señora.« Er sah sie an, sodass ihr fast schwindlig wurde und sie sich für ihre Gedanken schämte. Endlich nahm er den Blick von ihr und unterschrieb nach flüchtigem Sichten den Vertrag. Dann gab er ihr die Papiere zurück. Katharina überprüfte nochmal das Datum und die Unterschriften und besiegelte das Geschäft ein weiteres Mal mit einem Händedruck, diesmal jedoch im Sitzen. »Auf gute und erfolgreiche Zusammenarbeit, Señor Nicoljaro!« Ein Exemplar gab sie ihm in der vorgesehenen Mappe zurück. Erneut sah er sie intensiv an. Señor Sánchez reichte ihr ein Glas Sekt.
»¡Gracias!« Sie konnte kaum abwarten, zu trinken, ihr Mund war noch immer trocken.
Die drei Männer hielten ihr ihre Gläser entgegen, »Auf unseren gemeinsamen Erfolg!« Señor Nicoljaro zwinkerte ihr mit dem rechten Auge zu, dabei zeichnete sich eine helle Narbe auf dem Wangenknochen ab.
Katharina spürte ein merkwürdiges Kribbeln im Bauch, das sie seit einer Ewigkeit nicht mehr verspürt hatte. Innerlich schüttelte sie über sich selbst den Kopf. Señor Nicoljaro war ein attraktiver Mann, der trotz seines Rollstuhls bestimmt längst vergeben war. Seine Freundlichkeit spiegelte vermutlich nur den erfolgreichen Vertragsabschluss wider und hatte mit ihrer Person rein gar nichts zu tun.
»Señor Sánchez, mein Stellvertreter«, Señor Nicoljaro stellte das Glas auf dem Tisch ab, »wird Sie herumführen und Ihnen alles zeigen. Señor Muñoz ist für die Organisation zuständig. Er wird Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen.«
Señor Muñoz trank sein Glas aus. »Ihr Schreibtisch wird morgen fertig sein.«
»Danke.« Katharina verstaute den Vertrag in der Mappe.
»Sowohl an Ihrem Arbeitsplatz als auch in Ihrem Appartement haben sie einen Internetanschluss. Herr Klesse bestand darauf. Ich hoffe, Sie werden sich bei uns wohl fühlen.« Señor Nicoljaro lächelte, wobei wieder die kleinen Lachfalten in den Augenwinkeln entstanden.
Katharina nahm ein unbeschreibliches Glücksgefühl wahr, von dem sie nicht wusste, woher es kam. »Bisher habe ich daran keinen Zweifel.«
»Señor Muñoz wird Sie nachher ins Hotel zurückfahren.« Señor Nicoljaro nippte an seinem Sektglas. »Ich möchte Ihnen noch ein paar Dinge ans Herz legen. Wenn Sie sich allein auf den Weg durch Bogotá machen, können Sie den TransMilenio nutzten, allerdings lauern an den Haltestellen sowie in den überfüllten Bussen Taschendiebe. Leider ein großes Problem hier in der Stadt. Seien Sie bitte vorsichtig und tragen Sie möglichst wenig Schmuck.«
»Ich fahre Sie gern durch die Gegend, Señora.« Señor Muñoz stand auf. »Entschuldigen Sie mich!« Er ging hinaus.
»Nutzen Sie sein Angebot!« Señor Nicoljaro zwinkerte ihr zu. »Um die Stadt und ihre Tücken kennenzulernen, ist man an der Seite eines Einheimischen in bester Gesellschaft.«
Katharina nickte, es hatte sich in all den Jahren also nicht viel verändert. Sie leerte ihr Glas. Señor Sánchez wollte nachschenken. »Danke!« Sie hob ihre Hand. »Ich hab genug!«
»Wenn Sie möchten, zeige ich Ihnen jetzt alles.« Señor Sánchez stellte die Flasche zur Seite.
»Sehr gern! Als Erstes bräuchte ich eine Toilette.«
Señor Sánchez öffnete ihr die Tür. »Kommen Sie bitte!«
»Bis später!« Sie stand auf und warf Señor Nicoljaro ein Lächeln zu, als sie hinausging.