... ist demnächst erhältlich!
Vorab einen kleinen Einblick zum Hörbuch findet Ihr HIER!
Gelesen wird das Buch "Drachenseele" von Alexander Bandilla mit seiner warmen dunklen Stimme, produziert von berlivox.
Auch auf You Tube findet Ihr eine Demo!
Auszug:
In seinem Kopf hämmerte ein pochender Schmerz, genau hinter der Stirn. Ein ungewohnter Geruch stieg ihm in die Nase. Marcus bewegte seine Finger, seine Hand. Seine Glieder fühlten sich steif an. Kein Wunder, so kalt, wie ihm war. Deckte man ihn nicht mehr zu? Ihm fiel auf, wie deutlich seine Gedanken heute waren. Er blinzelte, grelles Licht schmerzte in seinen Augen, verschlimmerte seinen Kopfschmerz. Hoffentlich kam das Licht nicht von einer OP-Lampe. Kopfschmerzen? Verdammt! Jetzt musste er der Wahrheit ins Auge blicken. Erneut schlug er die Lider auf. Die Helligkeit blendete ihn anfangs sehr. Einige Momente benötigte er, bis er Konturen einer Tür mit Spiegelfliesen darauf erfasste. Da er auf dem Bauch lag, hob er seinen Kopf, um sich ein besseres Bild verschaffen zu können. Der Anblick erinnerte ihn an seine Badezimmertür, in der sich die Sonne spiegelte. Aber das war unmöglich.
Aber nein!
Er befand sich in seiner Wohnung, in der es immer noch nach Farbe roch. Das ging nicht mit rechten Dingen zu. Hatte er das alles nur geträumt oder träumte er in diesem Atemzug? Wie versteinert verharrte er einen Moment, bis er sich aufrichtete. Dabei spürte er viele kleine Stiche in seinem Bauch, in seiner Brust, ja eigentlich am ganzen Körper. Wie er langsam an sich herunterschaute, durchfuhr ihn ein Ruck. Er lag mitten in einem breit verteilten Haufen Glasscherben. Manche Scherben steckten noch in seiner Haut. Er war nackt! Kein Krankenhaushemdchen, keine Unterhose. Er schwenkte seinen Blick auf das Wohnzimmerfenster hinter sich. Die Scheibe war zerbrochen. Für den Augenblick hielt er den Atem an. Es sah beinah so aus, als sei er durch die Scheibe gekommen und lag nun auf den Scherben. Eine merkwürdige Vorstellung, ohne Bekleidung Fensterscheiben zu durchbrechen. In Wirklichkeit lag er bestimmt noch immer bei Dr. Schneider und diese Situation gehörte zu einer Halluzination.
Nein!
Seine Gedanken, seine Empfindungen waren zu klar, zu deutlich. Angestrengt begann er nachzudenken, wie er nach Hause, in seine Wohnung gelangt sein könnte.
Ihm fiel es nicht ein. Claras Besuch, daran erinnerte er sich noch, an seinen Versuch zu sprechen. Nachdenklich griff er sich an seinen Brummschädel. Beim besten Willen fand er keine Erklärung für diese Situation. Der erneute Blick zum kaputten Fenster, dann wieder an sich herunter, brachte ihn auf keine vernünftige Idee. Sollte er wirklich nackt von der Straße in den ersten Stock durch die Fensterscheibe gesprungen sein?
Das war Unsinn!
Sein Verstand funktionierte nicht, oder doch? Unter Drogen soll man ja die merkwürdigsten Dinge tun. Marcus beschloss seinen wachen Zustand zu genießen und begann sich von den Glassplittern zu befreien. Manche Schnitte bluteten nicht, andere umso mehr. Pflaster oder Verbandsmaterial besaß er nicht. Aber so gespickt, wie er aussah, sollte er ohnehin nicht auf die Straße gehen. Im Badezimmer blickte er lange in den Spiegel. An der linken Schläfe, sogar auf dem rechten Wangenknochen klaffte die Haut ein Stück auseinander, das Blut rann in einem Rinnsal herunter. Hundert Fragen fielen wie ein Vorhang auf ihn herab, welcher Tag heute war, ob Clara noch im Krankenhaus war, vor allem aber, was mit ihm passierte. Über Tumore und hochgradig ansteckende Erreger dachte er besser nicht nach. Doch auch dafür musste er eine Lösung finden. Plötzlich steckte jemand von draußen den Schlüssel in die Wohnungstür. Marcus schnappte sich schnell ein Handtuch, um es um die Hüfte zu schlingen, da er keine andere Bekleidungsmöglichkeit griffbereit hatte. Es konnte ja eigentlich nur Clara sein.
„Ach du heiliger Strohsack!“, rief Nicole beim Hereinkommen. Sie ging auf die Glasscherben im Wohnzimmer zu. Wie sie auf das zerbrochene Fenster schaute, schüttelte sie den Kopf. Dann entdeckte sie Blutspuren und folgte ihnen mit ihrem Blick, bis sie Marcus im Badezimmer stehen sah. Wie durch einen starken Stromschlag verursacht, zuckte sie zusammen, dabei atmete sie geräuschvoll ein, sogar ihr Unterkiefer fiel mit jedem Atemzug weiter nach unten. Eine gefühlte Ewigkeit verging, in denen die beiden sich bewegungslos anstarrten. Marcus wusste nicht, was sich zugetragen hatte und wie er das Nicole oder überhaupt jemandem erklären sollte. Clara! Warum war sie nicht hier? Diese Situation war zu blöd, er musste sie beenden.
„Wieso hast du meinen Wohnungsschlüssel?“
Langsam machte Nicole ihren Mund zu, schien Marcus Gesicht zu studieren, als würde sie darin etwas suchen.
„Wenn du schon mal hier bist, wärst du so nett, mir zu helfen? Ich besitze nicht mal ein Pflaster und ich könnte ein paar davon gebrauchen.“ Er schaute kurz an sich herunter, sah dann Nicole wieder an. „Und bevor du von mir wissen willst, was passiert ist – ich weiß es nicht. Ehrlich, ich habe keine Ahnung.“
„Marcus?“, flüsterte sie und es klang nach einer Frage. Jetzt kam sie auf ihn zu, langsam. Vorsichtig berührten ihre Finger seine Schulter und fuhren über seine Brust. Sie blinzelte dabei. Ihr Blick heftete sich in sein Gesicht. „Ich ... ich verstehe nicht.“
„Dann sind wir schon zwei.“ Marcus bemerkte, wie auffallend verstört sie wirkte, beinah, als habe sie einen Geist gesehen.
Drachenseele, Mondenergie und Co
Spannende Bücher
Sonntag, 16. Juni 2013
Hörbuch "Drachenseele"
Labels:
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Versuche,
Ärzte
Montag, 10. Juni 2013
Spannend ...
... ist für einen Schriftsteller die Frage, wie kommt mein Werk beim Leser an? Wie findet er die Figuren, die im Fall von ¿Identität? im ersten Moment auf den Leser ungewöhnlich wirken können?
Ich freue mich sehr über Euer Feedback auf Amazon oder
beam! ;)
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Kindle Edition
Schade, dass die Fortsetzung noch nicht auf dem Markt ist! Dies ist das erste – und wohl auch wichtigste – Fazit des Rezensenten zu Teil I, »Sehnsucht«, von Angela Planerts neuen Roman »¿Identität?«. Denn am Ende der ersten Partie, wenn die große kolumbianische Liebe der deutschen Marketingfachfrau Katharina in letzter Sekunde vor einem fürchterlichen Anschlag auf Psyche und Gesundheit gerettet wird, will man sofort wissen, wie es jetzt mit dem ungewöhnlichen Paar weitergeht.
Schon mit der eigenwilligen Besetzung dieser beiden Hauptpersonen – Katharina findet ihre Sehnsucht in einem Mann erfüllt, der an den Rollstuhl gefesselt ist – spielt die unabhängige Autorin gekonnt mit jenen ganz spezifischen Facetten, die einen rundum gelungenen Hochglanz-Thriller ausmachen. Schauplatz ist das für uns heute immer noch exotische Land Kolumbien, dessen Fremdheit gleichzeitig die tragenden Elemente für die durchgehend von der ersten bis zu letzten Seite elektrisierende Hochspannung liefert.
Aber auch die anderen, bis in die letzte Nebenrolle perfekt besetzten Handlungskomponenten treiben das Drama um mysteriöse politisch-kriminelle Machenschaften, eine zerstörerische Vaterfigur und eine sich gegen alle Widerstände durchsetzende Liebe mit souveräner Meisterschaft immer wieder neuen überraschenden Wendungen entgegen. Prickelnde Spannung ist damit garantiert.
Schon mit der eigenwilligen Besetzung dieser beiden Hauptpersonen – Katharina findet ihre Sehnsucht in einem Mann erfüllt, der an den Rollstuhl gefesselt ist – spielt die unabhängige Autorin gekonnt mit jenen ganz spezifischen Facetten, die einen rundum gelungenen Hochglanz-Thriller ausmachen. Schauplatz ist das für uns heute immer noch exotische Land Kolumbien, dessen Fremdheit gleichzeitig die tragenden Elemente für die durchgehend von der ersten bis zu letzten Seite elektrisierende Hochspannung liefert.
Aber auch die anderen, bis in die letzte Nebenrolle perfekt besetzten Handlungskomponenten treiben das Drama um mysteriöse politisch-kriminelle Machenschaften, eine zerstörerische Vaterfigur und eine sich gegen alle Widerstände durchsetzende Liebe mit souveräner Meisterschaft immer wieder neuen überraschenden Wendungen entgegen. Prickelnde Spannung ist damit garantiert.
Sonntag, 2. Juni 2013
¿Identität?
Der erste Teil 'Sehnsucht' ist fertig!
Die Erinnerungen an das faszinierende Land Kolumbien blieb für Katharina jahrelang ihr sehnlichster Traum. Eine berufliche Aufgabe führt sie endlich nach Bogotá. Hier soll sie gemeinsam mit der dort ansässigen Firma Vassquéz einen Geschäftszweig aufbauen. Mit dem Ehepaar Munoz, Angestellte der Firma, schließt sie schnell Freundschaft, während der attraktive Geschäftspartner Antonio Nicoljaro ihr aus dem Weg zu gehen scheint. Ein Besuch bei einem spannenden Basketballspiel eröffnet Katharina neue Perspektiven. Sie lernt Antonio näher kennen und sieht in ihm die Liebe ihres Lebens.
Missverständnisse und mysteriöse Vorkommnisse bringen erstaunliche Tatsachen ans Licht: Antonio Nicoljaro starb im Alter von fünf Jahren.
Wer ist der Mann wirklich, der mit der Identität eines toten Kindes lebt?
Das professionelle Cover ist noch in Arbeit, wer möchte, kann gern mal reinlesen!
Auf Amazon oder auf beam
Labels:
Basketball,
Behinderung,
Bogotá,
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Leben,
Liebe,
Rollstuhl,
Sehnsucht,
Spannung,
Thriller,
Vergessen
Donnerstag, 30. Mai 2013
Neuigkeiten zum Thriller
¿Identität?
Aufgrund der hohen Seitenzahl hatte mein Lektor die Idee, den Thriller zu teilen. Tatsächlich ist mir eine Stelle aufgefallen, wo man gut mit der Geschichte abschließen kann.
Zunächst werde ich den ersten Teil von ¿Identität? voraussichtlich im Juni veröffentlichen.
Der Untertitel zur ersten Geschichte heißt ›Sehnsucht‹. Der zweite Teil erhält den Untertitel ›Vergessen‹, wobei ich damit zum Ursprung meiner Titelwahl zurückkehre.
›Sehnsucht‹ beschäftigt sich im Vordergrund mit Katharina, mit ihren Träumen und Sehnsüchten.
›Vergessen‹ geht dann mehr auf Antonios Vergangenheit ein, die er unfreiwillig verdrängt hatte.
Ich freue mich sehr, Euch zeitnah den spannenden Thriller vorstellen zu können. Ich fiebere jedenfalls mit meinen Figuren mit und hoffe, Euch geht es beim Lesen dann ebenso!
Selbstverständlich werde ich nach Beendigung von ›Vergessen‹ auch das komplette Buch anbieten.
Freitag, 24. Mai 2013
1. Kapitel
¿Identität?
Das erste Kapitel für Euch zum anlesen!
Ich freue mich über ehrliche Rückmeldungen von Euch:
Vertrag I
Ungeduldig sah Katharina aus dem kleinen Fenster
hinaus. Bisher gab es lediglich Wolken zu sehen, die wie weiße Gespenster an
ihr vorbeihuschten. Sie strich sich eine Strähne aus dem Gesicht, klemmte sie hinter
das rechte Ohr. Ihre Hände fühlten sich feucht an.
Ihre anfänglichen Zweifel, mit ihren dürftigen
Spanischkenntnissen für einige Monate in Bogotá zu arbeiten, ebbten mit jeder
Meile ab, die sie ihrem Traum näher kam. Das Angebot kam genau zum richtigen
Zeitpunkt. Es war schließlich nicht das erste Mal, dass sie überlegt hatte,
ihren langjährigen Lebenspartner zu verlassen. Seine Alkoholsucht hatte ihn
sehr verändert. Im Laufe der gemeinsamen Jahre gab es zahlreiche Anläufe, ihm
zu helfen, aber es blieb jedes Mal bei einem kräftezehrenden, erfolglosen
Versuch.
Dieser Ortswechsel war ein Geschenk, welches sie
fast ohne zu überlegen angenommen hatte. Der Wunsch nach Kolumbien
zurückzukehren, bestand seit ihrer Studienreise vor siebzehn Jahren und hatte
sich zu einer unstillbaren Sehnsucht entwickelt. Die Vielfalt des Landes - das
Amazonasgebiet im Südosten, die Ausläufer der Anden und die Karibikküste im
Norden - übte auf Katharina eine besondere Faszination aus. Die politischen
Unruhen waren für sie dagegen nebensächlich.
Das Flugzeug schüttelte sich. Katharina kehrte mit
ihren Gedanken in die Gegenwart zurück. Ihr Magen kribbelte während des
Sinkfluges, im linken Ohr knackte es. Noch immer verwehrten die Wolken den
Blick auf die Hochebene von Bogotá. Es war Mai, einer der Monate mit den
meisten Regentagen. Hier gab es keine großen jahreszeitlichen Differenzen, wie
man es aus Deutschland her kannte. Die Durchschnittstemperaturen lagen um die vierzehn
Grad Celsius, über dreiundzwanzig Grad warm wurde es nur selten.
Regentropfen krochen draußen am Fenster entlang.
Die Landebahn war bereits zu erkennen, als sich die Wolkendecke endlich
lichtete. Im Hintergrund die Großstadt, umgeben von wolkenverhangenen Bergen.
Bei diesem weiträumigen Anblick konnte sie sich nur schwer vorstellen, in einer
Höhe von 2.640 Meter über dem Meeresspiegel zu sein. Genau das war das
Besondere.
Mit einer Mischung aus Euphorie und Erschöpfung zog
Katharina ihre zwei Koffer hinter sich her. Nach fünfzehn Flugstunden von
Berlin über Paris bis hierher war sie jetzt insgesamt zwanzig Stunden
unterwegs. Sie war zwar müde, aber ihre Aufregung dominierte deutlich.
Sie war zurück! In Kolumbien, in Bogotá! All ihre
Sehnsucht fiel wie ein schwerer Mantel von ihr ab und machte einer nie da gewesenen
Lebendigkeit Platz.
Kurz vor ihrer Abreise hatte sie eine E-Mail
erhalten, sie solle sich kein Taxi nehmen, Señor Rubén Muñoz würde sie vom
Flughafen abholen. Es regnete noch immer, als sie das Gebäude verließ. Zwischen
den gelben Taxis fiel ihr ein dunkelgrüner Lada Niva auf, aus dem ein groß gewachsener
Mann ausstieg und auf sie zu eilte. »Señora Clausen?«
Sie nickte, musste dabei nach oben schauen, um ihm
ins Gesicht zu sehen.
»Im Namen von Señor Nicoljaro und Vassquéz heiße
ich Sie in Bogotá willkommen!« Er nahm ihr die Koffer ab und stellte sie auf
die abgewetzte Rückbank.
»Danke!« Katharina war überrascht. Sie hatte nicht
erwartet, dass hier jemand Deutsch sprach.
»Bitte!« Er hielt ihr die Beifahrertür auf.
»Sehr freundlich, danke!« Sie schaute sich Señor
Muñoz an, als er einstieg und den Motor startete. Seine dunklen kurzen Haare
und sein dichter Vollbart machten einen gepflegten Eindruck, obwohl seine
kräftige Körperstatur fast bedrohlich wirkte.
»Ich fahre Sie jetzt erst mal ins Hotel. Ihre
Wohnung wird erst übermorgen frei.« Er warf einen flüchtigen Blick in ihre
Richtung, während er den Wagen in den dichten Verkehr einfädelte.
»Sie sprechen gut deutsch.« Ihr Wörterbuch konnte
sie im Augenblick jedenfalls in der Handtasche lassen.
»Das erwartet mein Boss!« Er lächelte. »Morgen früh
hole ich Sie um Neun Uhr ab. Die Präsentation bei Vassquéz beginnt um Neun Uhr
Dreißig.« Die Scheibenwischer arbeiteten hektischer, es goss in Strömen.
»Werden Sie heute noch etwas unternehmen?«
Katharina lachte kurz. »Ich weiß nicht. Ich bin
aufgeregt wie ein kleines Schulmädchen und eigentlich völlig übermüdet.« Obwohl
dieser dunkle Regentag deprimierend wirkte, spürte sie die wachsende
Zufriedenheit in sich, diesen Schritt gewagt zu haben.
Ihr Fahrer bog von der Schnellstraße ab und fuhr
bald durch dicht bewohntes Gebiet.
»Wenn Sie mich nochmal brauchen, rufen Sie mich
an.« Er zog eine Visitenkarte aus seiner Hemdtasche und reichte sie ihr
entgegen. »Wenn Sie möchten, kann ich Ihnen für den Anfang ein paar Euro in
Pesos umtauschen.«
»Ja, danke, das wäre hilfreich.« Sie nahm ihre
Geldbörse aus der Handtasche und zog einen Fünfzigeuroschein hervor. Grinsend
fasste er beim Fahren zu. Augenblicklich fragte sich Katharina, ob sie das Geld
jemals wiedersehen würde. Wie naiv war sie denn? Sie kannte den Kerl überhaupt
nicht.
Er lenkte den Wagen an den Straßenrand. »Da ist das
Hotel! Bogotá Inn La Soledad!«
Bevor sie reagieren konnte, war er ausgestiegen,
öffnete die hintere Tür und hob ihr Gepäck heraus. Katharina sah sich ihr Domizil
an. Das dreistöckige weißverputzte Gebäude mit großen, breiten Fenstern sah
einladend aus. Sie stieg aus und eilte durch den Regen die drei Meter auf die
Tür zu. Señor Muñoz trug ihr die Koffer in die kleine Empfangshalle. Helle
glänzende Fliesen und eine dunkelbraune wuchtige Couch schmückten den
Eingangsbereich.
Ihr Fahrer kam dichter an sie heran. »Gehen Sie sparsam
damit um!« Mit diesen Worten hielt er ihr eine Rolle Geldscheine, um die ein
Papierband gewickelt war, vor’s Gesicht. Sie bemerkte, wie sich ihre Augen
weiteten. Woher kam das so schnell?
»Staunen Sie nur. Für fünfzig Euro bekommen Sie
120.017 kolumbianische Pesos. Nicht schlecht, was?« Er lachte.
Kopfschüttelnd nahm sie die Geldrolle an sich. »Sie
sind wohl auf alles vorbereitet?« Vermutlich erwartete Señor Muñoz ein
Trinkgeld für seine gute Organisation. Sie rollte das Geld auseinander und zog
zwei Zweitausend Peso Scheine hervor.
»¡Sí Señora!« Er sah sich flüchtig um. Niemand war
zu sehen. »Pedro?«, rief er in Richtung der Treppe, die nach oben führte. Anschließend
folgte ein Schwall spanischer Wörter, von denen Katharina nicht eines verstand.
Eine dunkle Stimme antwortete, und sie meinte so etwas wie »¡ya voy!« zu
verstehen.
»Er kommt gleich!«
Katharina hielt ihm die beiden Scheine entgegen.
»¡Gracias!«
Er lachte kurz. »¡No, Señora! Vassquéz bezahlt gut.
Das heben Sie besser für Pedro auf.«
Eine blöde Situation! Hatte sie ihn jetzt gekränkt,
war das Trinkgeld zu gering? Hoffentlich nicht. Sie hörte Schritte von hinten
und sah einen älteren hageren Mann mit grauen, kurzen Haaren den Flur
entlangkommen.
»¡Buenas tardes, Señora!«
Katharina erwiderte Pedros Gruß und bemerkte im
Augenwinkel, wie Señor Muñoz gerade wieder ins Auto stieg. Er schien es sehr
eilig zu haben. Pedro nahm ihr Gepäck und bat sie, ihm zu folgen. In der ersten
Etage schloss er die Tür mit der Nummer 3 auf. Es roch intensiv nach
Reinigungsmitteln, allerdings war ein ungewohnter Geruch dabei, der Katharina
aufdringlich in die Nase kroch. In dem hellen Zimmer stand ein breites Bett mit
einem hölzernen verschnörkelten Kopfteil, dazu passend zwei Nachttische. Die
hellgrün gemusterte Tagesdecke mit den Kissen von gleicher Farbe war ein
schöner Kontrast zum dunklen Holz. Auch das Bad mit Dusche und Toilette sah
sauber aus. Pedro fragte sie auf Spanisch, ob sie zufrieden sei und wann sie
morgen frühstücken wolle.
»Me gustaría.« Sie überlegte kurz. Wenn sie um Acht
das Frühstück bestellte, blieb ihr eine Stunde Zeit. Das sollte reichen. Sie
sprach langsam, damit es keine Missverständnisse gab. »... a las ocho.«
»¡Está bien!«
Sie zog die Geldscheine aus der Tasche, die sie
eigentlich dem Fahrer geben wollte.
»¡Gracias!« Pedro nickte lächelnd, ging hinaus und
schloss von draußen die Tür. Katharina blies hörbar ihren Atem aus. Sie zog die
grünen Vorhänge zur Seite, um auf die Straße zu schauen.
Sie war in Bogotá, der Stadt ihrer Träume!
Fünf vor Neun stand Katharina vor dem Hotel. Die
Sonne schien zwischen vereinzelten weißen Wolken hervor, die langsam über den
blauen Himmel zogen. Dieser Anblick versprach einen freundlichen Tag. Sie sah
die Straße hinunter, ob sie den dunkelgrünen Lada Niva von gestern
wiedererkannte. Zahlreiche Autos düsten an ihr vorbei.
Ungeduldig schaute sie immer wieder auf die Uhr
ihres Handys. Zweifel kamen auf, ob sie alles richtig verstanden hatte. Diese
Präsentation war zu wichtig, um sie zu verpassen! Ihre Finger zitterten vor
Aufregung. Plötzlich hielt ein dunkelblauer Nissan Patrol mit quietschenden
Reifen direkt vor ihr. Die Scheibe der Beifahrertür war unten und der Fahrer
beugte sich zu ihr rüber. »¡Buenos días, Señora!«
»¡Buenos días, Señor!« Ihr fiel ein Stein vom
Herzen, und sie stieg ein.
»¡Disculpe, mein Wagen streikt.«
Sie sah sich um. Das Auto hatte zwar auch schon
einige Jahre hinter sich, wirkte jedoch vertrauenserweckender als der Lada.
»Ausgerechnet heute«, knurrte Muñoz. »Haben Sie gut
geschlafen?«
»Es ging so! Alles noch recht ungewohnt.«
»Die Höhenluft macht vielen anfangs zu schaffen.«
Er musterte sie kurz.
»Daran werde ich mich gewöhnen.«
»Ich weiß, diese Präsentation ist sehr wichtig für
Sie.« Der Fahrer achtete auf den zähflüssigen, meist stockenden Verkehr, warf
ihr nur flüchtige Blicke zu. »Die Verbindung nach Deutschland ist für Vassquéz
ein bedeutender Schritt und würde uns damit einen internationalen Ruf
verschaffen.«
»¡Sí!«
Er lächelte, schien sich über die knappe Antwort zu
amüsieren. »Ich stehe Ihnen zur Seite, wenn Sie etwas nicht verstehen und wenn
Sie Fragen haben.«
»¡Gracias!«
Señor Muñoz wirkte nervös, offenbar arbeitete er
bei Vassquéz nicht nur als Fahrer und hegte, aus welchem Grund auch immer,
großes Interesse an diesem Geschäft. Sie wollte sich aber davon nicht
beeinflussen lassen und schaute aus dem Fenster, ohne wirklich hinzusehen. Ihre
Anspannung stieg. Ihr Chef in Deutschland hatte sich nach mehreren
Verhandlungsgesprächen über Vassquéz ein fundiertes Urteil gebildet, doch die
endgültige Entscheidung sollte Katharina treffen. Schließlich lag es anschließend
in ihren Händen, die Umsetzung des geplanten Projektes durchzuführen. Sie war
befugt, das Konzept entweder abzulehnen oder den vorbereiteten Vertrag mit
Vassquéz zu schließen. Im ersten Fall müsste sie schneller abreisen, als ihr
lieb war. Für sich, für ihre Träume, hoffte sie natürlich, dass die
bevorstehende Präsentation überzeugend war.
Auf einem Hinterhof relativ moderner
Geschäftshäuser mit einer großzügigen Fensterfront parkte Muñoz den Wagen.
Flüchtig sah er beim Aussteigen auf die Uhr. »Kommen Sie!« Er wies auf das Vorderhaus.
Am Eingang stand ein Angestellter in einem grauen Anzug und hielt die Glastür
offen.
»Gracias, Enrique«, warf ihm Señor Muñoz beim
Vorbeigehen entgegen. Enrique antwortete mit einer Aussage, die »Sie warten
schon …« heißen konnte. Katharina zog ihr Handy aus der Tasche und schaltete es
aus. Jede Ablenkung wollte sie ab jetzt vermeiden.
Ihr Begleiter zeigte auf den Fahrstuhl. »¡Pase
usted! Nervös?« Er sah ihr zunächst ins Gesicht und drückte anschließend auf
den obersten Knopf: Etage 5.
»Un poco«, flüsterte sie. Ihr schneller Herzschlag war
sicherlich deutlich zu hören.
In Gedanken versuchte sie, sich Señor Nicoljaro vorzustellen.
Ein älterer gepflegter Señor, Mitte Fünfzig, bestimmt ein bisschen versnobt wie
die meisten Geschäftsführer, die sie bisher kennengelernt hatte.
Die Fahrstuhltür schob sich zur Seite und gab den
Blick auf einen hellen Vorraum frei, in dem eine ausladende Grünpflanze vor
einem bodentiefen Fenster stand. Von den vier Türen öffnete sich die linke,
mittlere, und ein Señor, ungefähr Ende Dreißig mit kantigen Gesichtszügen,
reichte ihr die Hand zur Begrüßung. »¡Encantado! Ich bin Señor Sánchez. Bitte
kommen Sie.« Hörbar hatte er Mühe, die deutschen Wörter auszusprechen. Er
führte Katharina in einen großen Konferenzraum mit einer breiten Fensterfront
sowie einer weiteren Tür. An dem ovalen Tisch in der Mitte des Raumes saßen
zwei Damen und zehn Herren. Jeder erhob sich kurz und nickte Katharina
freundlich zu, während Señor Sánchez sie vorstellte, ihre jeweilige Funktion
erklärte und wie lange sie bereits für Vassquéz tätig waren. Katharina musste
sich konzentrieren, um seinem spanischen Akzent folgen zu können. Keiner der
Angestellten war weniger als fünf Jahre in der Firma. Das sprach für ein gutes
Betriebsklima.
Der leere Platz am schmalen Bogen des ovalen
Tisches machte Katharina bewusst, dass Señor Nicoljaro offenbar keine
Notwendigkeit sah, an diesem Treffen teilzunehmen. Das missfiel ihr.
»¿Le gustaría un café o agua?«, fragte Señor
Sánchez und wies ihr den einzig freien Stuhl zu.
»Agua, por favor.« Sie setzte sich hin, warf dabei
einen flüchtigen Blick auf die Lücke, zwei Stühle links von ihr. Sie fühlte
sich verunsichert, ja fast gekränkt, dass sich Señor Nicoljaro nicht einmal
entschuldigen ließ, und überlegte, nachzufragen, entschied sich dann aber,
abzuwarten. Sie legte ihren Schreibblock und ihr Laptop auf den Tisch, während Señor
Sánchez aus einer Wasserflasche ein Glas voll goss und vor ihr auf den Tisch platzierte.
Anschließend schaltete er den Beamer an, zog die
Leinwand rechts vor ihr herunter und die dunkelblauen Vorhänge vor die Fenster.
Katharina drehte sich ein kleines Stück nach
rechts, damit sie bequem die Präsentation sehen konnte.
Señor Sánchez ging auf die gegenüberliegende Seite
der Leinwand und startete mit seinem Laptop die Vorführung.
Für Katharina war sie ansprechend gestaltet, erklärt
wurde auf Englisch, was ihr sehr entgegen kam. Ihre Spanischkenntnisse hätten
dafür nicht ausgereicht. Sie bekam einen aufschlussreichen Überblick über das
Verfahren, die Verfertigung und das Material. Der Vertrieb würde sich auf ganz
Südamerika erstrecken. Durch die neue Technik mit einer realen Holzoptik war der
große Hersteller in den USA kein wirklicher Konkurrent. Bisher klang das
Konzept recht überzeugend.
Zwischendurch notierte sie sich ein paar Stichpunkte,
zu denen sie später Näheres erfragen wollte. Die meisten Formulierungen dazu
hatte sie bereits im Kopf. Trotzdem war es praktischer, bei ihrer Aufregung
ihre vorbereitete Liste zur Hilfe zu nehmen, um nicht am Ende etwas Bedeutendes
zu übersehen.
Nach zwanzig Minuten zog Señor Muñoz die Vorhänge
zurück.
»Ich hoffe, Sie konnten folgen?«, fragte Señor
Sánchez und ging um den Tisch herum auf die Leinwand zu.
Katharina nickte, klappte ihren Laptop auf und schaltete
ihn an. Manche Fragen stellte sie, obwohl sie die Antworten im Voraus kannte.
»Diese spezielle Mischung aus Holz und Polymeren ist laut Ihrer Darstellung die
Erfindung von Vassquéz?«
Señor Sánchez lächelte, als habe er mit dieser
Äußerung gerechnet. »Unsere Firmenphilosophie begleitet uns seit mehreren
Jahren. Unser wichtiges Anliegen war und ist, die Verarbeitung tropische Hölzer
zu reduzieren. Wir mussten also eine vergleichbare Alternative schaffen.«
Katharina hörte ihm aufmerksam zu.
»Mit diesem Gedanken entwickelten wir unser ›Gigawood-Projekt‹. Anfangs wurden wir belächelt,
keiner war bereit, uns zu unterstützen, geschweige denn, uns zu finanzieren.
Wir sahen uns gezwungen, das Vorhaben vorerst zu verschieben, bis eine deutsche
Firma Interesse bekundete.«
Katharina strich sich eine Strähne aus dem Gesicht.
Endlich kam Señor Sánchez auf den Punkt.
»Diese Methode eines Tages selbst verwenden zu
können, haben wir uns bei den Verhandlungen seinerzeit vorbehalten. Die meisten
Kunden vermissen bei der derzeitigen Ausführung das typische Holzmuster, die
Lebendigkeit der Holzmaserung, und genau das werden wir mit unserer neuen
Technik dem Käufer bieten.«
Katharina sah auf ihre Liste. Ganz oben stand eine
Frage ihres Chefs, die ihr unangenehm war. Sie atmete tief, um Mut zu sammeln.
»Für eine Firma, die internationale Geschäfte tätigt, präsentieren Sie sich
hier in diesem Gebäude eher bescheiden.« Sie trank ein Schluck Wasser. Im
Augenwinkel sah sie plötzlich, dass der leere Platz am Tisch inzwischen besetzt
war. Sie hatte niemanden beim Hereinkommen bemerkt, geschweige gehört, dass man
einen Stuhl dazu gestellt hatte. Zunächst ließ sie sich nicht irritieren.
»Señora!« Ihr Gesprächspartner klang leicht
verärgert. »Wir sind an der Zweckmäßigkeit unseres Projektes interessiert,
halten an unserer Firmenphilosophie fest. Sollte das für Ihr Unternehmen ein
Problem sein, dann ...«
Sie hob ihre Hand, um die Situation zu beenden.
»Genau das wollte ich von Ihnen hören!« Sie lächelte Señor Sánchez an, dabei
entging ihr nicht, wie er sich mit jemand zu ihrer Linken still verständigte.
»Verzeihen Sie, Señora Clausen«, hörte sie eine
angenehme dunkle Männerstimme. Sie schwenkte ihren Blick nach links. »Señor
Nicoljaro.« Der Mann reichte ihr die Hand über den Tisch.
Sie war zu überrascht, um ihm eine passende Antwort
zu geben. Der Kerl hatte nicht einmal den Anstand aufzustehen. Sie ergriff
flüchtig seine kräftige Hand und sah ihm derweil bewusst ins Gesicht. Seine
großen blauen Augen musterten sie.
Er war bestimmt erst Ende Dreißig, Anfang Vierzig vielleicht.
Sein gepflegter Dreitagebart schmeichelte seinem schmalen Kinn. Seine Gesichtszüge waren männlich, aber nicht
kantig. Lediglich über der Stirn trug er seine kurzen braunen Haare
etwas länger, wo sie bis zu den dichten Augenbrauen hingen. Obwohl Katharina
blaue Augen eigentlich nicht anziehend fand, war diese Kombination mit der
dunklen südamerikanischen Haut auf ihre Art faszinierend. Sie spürte, wie eine
Gänsehaut ihren Körper überzog.
»Es freut mich sehr, Sie kennenzulernen.« Señor
Nicoljaro lächelte, dabei entstanden kleine Lachfalten in den Augenwinkeln.
»Ihre Frage diente vermutlich der Überprüfung unserer Glaubwürdigkeit. Herr
Klesse schien genau das an Vassquéz zu schätzen!« Sein Deutsch war auffallend
sauber.
»So ist es!« Es gab für sie keinen Anlass, darauf
einzugehen. Katharina sah auf ihren Bildschirm, um sich dem nächsten Punkt, dem
Produktionsstandort, zu widmen. Señor Nicoljaro gelang es in dem folgenden
Gespräch, sämtliche Bedenken, die sie heute Morgen noch hatte, auszuräumen. Dem
Vertrag stand nichts mehr im Weg. Zur Sicherheit überprüfte sie ein letztes Mal
ihre Liste sowie ihre Stichpunkte, die sie während der Präsentation gemacht hatte.
»Señora Clausen?« Señor Nicoljaro wartete, bis sie
ihn ansah. »Konnten wir Sie überzeugen oder haben Sie weitere Fragen?«
Sie klappte den Laptop zu, warf einen flüchtigen
Blick auf ihren Block. Das war zu einfach … Zweifel tauchten für den Bruchteil
einer Sekunde auf. War ihr Wunsch, in Kolumbien zu bleiben, so groß, dass sie
vielleicht nicht objektiv genug war? Nein! Das Projekt hatte Zukunft, es musste
funktionieren.
»Wenn Sie wünschen, geben wir Ihnen Bedenkzeit«,
bot Señor Nicoljaro an.
»¡Gracias! Das ist nicht nötig.« Sie trank ihr Glas
leer und zog den Hefter unter ihrem Schreibblock hervor, in dem die
vorbereiteten Verträge lagen. »Sie haben mich überzeugt.« Sie reichte ihm die
Hand und stand auf.
Señor Nicoljaro blieb sitzen. Er sah für den
Augenblick, als er ihr die Hand schüttelte, eher erschrocken als erfreut aus.
»Großartig!« Seine Stimme zitterte leicht.
Katharina nahm wieder Platz. War es hier nicht
üblich, zum Vertragsabschluss aufzustehen?
Señor Nicoljaro schaute in die Runde, wandte sich
seinen Angestellten zu. »¡Gracias!« Er bedankte sich für die gute Vorbereitung
und bat für die künftige Zusammenarbeit um hundertprozentigen Einsatz. Er
erwarte von allen, Señora Clausen in jeder Hinsicht zu unterstützen. Katharina
konnte seiner kleinen Ansprache gut folgen, da er langsam sprach. Ein kurzer
Beifall folgte.
»Bitte entschuldigen Sie meine Mitarbeiter!« Señor
Nicoljaro wirkte jetzt sehr angespannt, dabei hatte er doch sein Ziel erreicht.
»Selbstverständlich!« Sie strich sich ihre
widerspenstige Strähne aus dem Gesicht. Unterdessen verließen die zwölf
Angestellten den Konferenzraum. Señor Muñoz räumte die Leinwand und den Beamer
zur Seite, und Señor Sánchez öffnete unter der Anrichte eine Tür und stellte
eine Flasche Sekt und vier Gläser auf den Tisch.
»Wir würden gern auf unsere Zusammenarbeit
anstoßen. Ist Ihnen das recht, Señora?«
Was hatte dieser Kerl nur an sich, das ihn so
sympathisch machte? Erst kam er zu spät, entschuldigte sich nicht einmal dafür
und zeigte ihr dann nicht den nötigen Respekt, hatte sie einfach stehen
gelassen. Katharina ärgerte sich. »¡Sí!« Sie nahm ihr Handy aus der Tasche und
schaltete es ein. »Entschuldigen Sie mich bitte einen Moment!« Sie lief zum
Fenster, sah auf die vielbefahrene Straße hinunter. Auf ihrer Uhr war es 12 Uhr,
in Deutschland damit fünf Stunden später. Sie teilte ihrem Chef, der noch immer
wegen seiner Herzprobleme im Krankenhaus lag, ihre Entscheidung mit. Er klang
sehr zufrieden und wünschte ihr weiterhin gutes Gelingen. Beim Ausschalten des
Handys fiel ihr Blick auf die leere Stuhlreihe auf der Tischseite, wo nur noch
Señor Nicoljaro saß. Zwischen den verchromten Stuhlbeinen, die durch die Sonne
aufblitzten, funkelten die Speichen eines Rollstuhls. Hastig drehte sie sich
zum Fenster um. Hoffentlich hatte keiner ihr blödes Gesicht gesehen, das sie soeben
zweifelsohne gehabt haben musste.
Jetzt war ihr natürlich klar, warum an dieser
Stelle kein Stuhl stand. Deshalb war er nicht von Anfang an dabei, er fühlte
sich vielleicht unwohl, als Einziger sitzenbleiben zu müssen. Ihr Mund war
plötzlich trocken. Mit ihrer Geste, aufzustehen, hatte sie ihn vermutlich in
eine unangenehme Situation gebracht.
»Alles in Ordnung, Señora?«, fragte Señor Muñoz.
»¡Sí!«, antwortete sie schnell, damit niemand auf
die Idee kam, ihr könnte gerade etwas aufgefallen sein. Hörbar trat der Korken
aus dem Flaschenhals.
Sie wandte sich lächelnd um. »Die besten
Empfehlungen von Herrn Klesse!« Sie wählte den Weg um den Tisch, den sie
gekommen war, legte ihr Telefon ab und setzte sich, um die Papiere zu
unterzeichnen. Anschließend schob sie Señor Nicoljaro die Dokumente zu. »Herr
Klesse ist mit Ihnen den Vertrag bereits durchgegangen, richtig?«
»Das ist er, Señora.« Er sah sie an, sodass ihr
fast schwindlig wurde und sie sich für ihre Gedanken schämte. Endlich nahm er
den Blick von ihr und unterschrieb nach flüchtigem Sichten den Vertrag. Dann gab
er ihr die Papiere zurück. Katharina überprüfte nochmal das Datum und die
Unterschriften und besiegelte das Geschäft ein weiteres Mal mit einem
Händedruck, diesmal jedoch im Sitzen. »Auf gute und erfolgreiche
Zusammenarbeit, Señor Nicoljaro!« Ein Exemplar gab sie ihm in der vorgesehenen
Mappe zurück. Erneut sah er sie intensiv an. Señor Sánchez reichte ihr ein Glas
Sekt.
»¡Gracias!« Sie konnte kaum abwarten, zu trinken,
ihr Mund war noch immer trocken.
Die drei Männer hielten ihr ihre Gläser entgegen,
»Auf unseren gemeinsamen Erfolg!« Señor Nicoljaro zwinkerte ihr mit dem rechten
Auge zu, dabei zeichnete sich eine helle Narbe auf dem Wangenknochen ab.
Katharina spürte ein merkwürdiges Kribbeln im
Bauch, das sie seit einer Ewigkeit nicht mehr verspürt hatte. Innerlich
schüttelte sie über sich selbst den Kopf. Señor Nicoljaro war ein attraktiver
Mann, der trotz seines Rollstuhls bestimmt längst vergeben war. Seine
Freundlichkeit spiegelte vermutlich nur den erfolgreichen Vertragsabschluss
wider und hatte mit ihrer Person rein gar nichts zu tun.
»Señor Sánchez, mein Stellvertreter«, Señor
Nicoljaro stellte das Glas auf dem Tisch ab, »wird Sie herumführen und Ihnen
alles zeigen. Señor Muñoz ist für die Organisation zuständig. Er wird Ihnen mit
Rat und Tat zur Seite stehen.«
Señor Muñoz trank sein Glas aus. »Ihr Schreibtisch
wird morgen fertig sein.«
»Danke.« Katharina verstaute den Vertrag in der
Mappe.
»Sowohl an Ihrem Arbeitsplatz als auch in Ihrem Appartement
haben sie einen Internetanschluss. Herr Klesse bestand darauf. Ich hoffe, Sie
werden sich bei uns wohl fühlen.« Señor Nicoljaro lächelte, wobei wieder die
kleinen Lachfalten in den Augenwinkeln entstanden.
Katharina nahm ein unbeschreibliches Glücksgefühl
wahr, von dem sie nicht wusste, woher es kam. »Bisher habe ich daran keinen
Zweifel.«
»Señor Muñoz wird Sie nachher ins Hotel
zurückfahren.« Señor Nicoljaro nippte an seinem Sektglas. »Ich möchte Ihnen
noch ein paar Dinge ans Herz legen. Wenn Sie sich allein auf den Weg durch
Bogotá machen, können Sie den TransMilenio nutzten, allerdings lauern an den
Haltestellen sowie in den überfüllten Bussen Taschendiebe. Leider ein großes
Problem hier in der Stadt. Seien Sie bitte vorsichtig und tragen Sie möglichst
wenig Schmuck.«
»Ich fahre Sie gern durch die Gegend, Señora.« Señor
Muñoz stand auf. »Entschuldigen Sie mich!« Er ging hinaus.
»Nutzen Sie sein Angebot!« Señor Nicoljaro
zwinkerte ihr zu. »Um die Stadt und ihre Tücken kennenzulernen, ist man an der
Seite eines Einheimischen in bester Gesellschaft.«
Katharina nickte, es hatte sich in all den Jahren
also nicht viel verändert. Sie leerte ihr Glas. Señor Sánchez wollte
nachschenken. »Danke!« Sie hob ihre Hand. »Ich hab genug!«
»Wenn Sie möchten, zeige ich Ihnen jetzt alles.«
Señor Sánchez stellte die Flasche zur Seite.
»Sehr gern! Als Erstes bräuchte ich eine Toilette.«
Señor Sánchez öffnete ihr die Tür. »Kommen Sie
bitte!«
»Bis später!« Sie stand auf und warf Señor
Nicoljaro ein Lächeln zu, als sie hinausging.
Mittwoch, 15. Mai 2013
¿Identität?
Nach reichlichen Überlegungen habe ich nun einen Titel für meinen Thriller gefunden!
¿Identität?
Er passt nach meinem Empfinden, wie die bekannte Faust aufs Auge.
Bevor ich mit dem ersten Kapitel beginne, schicke ich den Leser mit "Rückblick" in eine kleine Szene, die fünfzehn Jahre zuvor passiert ist.
Ich komme im Augenblick sehr gut mit dem Roman voran, auch das Cover ist in Arbeit, und hoffe ihn im Sommer Euch präsentieren zu können.
Rückblick
Das Fass stand kurz vor dem Überlaufen. Lange genug
hatte Rosa die ständigen Telefonate zwischen ihrem Ehemann und seinem Bruder zu
ignorieren versucht. Diese Familienangelegenheit ging nun nicht mehr spurlos an
ihr vorbei. Es ärgerte sie mittlerweile sehr, wie ihr Mann das Leben seines
Neffen nach seinen Vorstellungen beeinflusste. Diesmal sollte seine Hochzeit
verhindert werden.
»Warum mischt du dich immer wieder in sein Leben
ein?« Rosa war dem jungen Mann zwar nie persönlich begegnet, aber aufgrund der
zahlreichen Gespräche, Familienfotos und Erzählungen fühlte sie mit ihm. »Er
wird deine Geschäfte ohnehin nicht unterstützen.«
»Er wird, auch wenn ihm das nicht bewusst ist.« Er
zupfte einen Fussel von der hellgrauen Hose seines maßgeschneiderten Anzuges.
Sie sah ihren Mann an und legte einen sanften Ton
in ihre Worte. »Lass ihn doch einfach zufrieden!«
Er stand auf, strich dabei sein Sakko glatt. Seine
Augen funkelten, als er sie anschaute. »Eines Tages wird er mein Nachfolger
werden. Genau darauf muss ich ihn vorbereiten.«
Sie spürte, wie ihre Gesichtszüge erschlafften.
»Er?« Ihr Mund war plötzlich ganz trocken. »Ich - ich dachte – Gabriel?«
»Gabriel?« Sein boshaftes Lachen war schlimmer als
eine kräftige Ohrfeige.
»Aber er ist dein Sohn!« Er hatte es ihr
versprochen. »Du wolltest ihn adoptieren!«
»Dieser Bastard ist nicht mal mit mir verwandt!«
Eine störende Enge in ihrem Hals machte ihr zu
schaffen. Tränen verschleierten ihren Blick. Obwohl diese Frage jetzt
überflüssig war, glitten ihr die Worte über die Lippen: »Dann wirst du ihn
nicht als Sohn anerkennen?« Eine Gänsehaut überzog ihren Körper. Nach elf
Monaten Ehe zeigte er sein wahres Gesicht.
Er zog seine rechte Augenbraue nach oben. »So naiv
kann man nicht sein.« Er musterte ihr Gesicht. »Oder etwa doch?« Er schüttelte
bedächtig den Kopf. »Hast du ernsthaft geglaubt, ich habe dich aus reinster
Nächstenliebe geheiratet? So kindisch kann eine Frau in deinem Alter nicht
sein.« Er kam dicht an sie heran. Sein Aftershave kroch ihr in die Nase, sie
hatte es immer an ihm gemocht. Er warf sich die Hand auf das rasierte Kinn.
»Mader Maria! Du warst tatsächlich davon überzeugt!« Er lachte herzhaft.
Rosa meinte, kaum noch atmen zu können. Das konnte
unmöglich der gleiche Mann sein, den sie geheiratet hatte. Ihr Herz klopfte
hastig in ihrer Brust.
»Rosa!« Er baute sich vor ihr auf wie ein mächtiger
Berg. »Den Schein nach außen zu wahren, ist und war der einzige Sinn dieser
Ehe. Auch wenn es dem blinden Hühnchen bisher nicht aufgefallen ist, habe ich
für Frauen nichts übrig. Du und dein Balg, ihr seid mir vollkommen egal.«
In diesem Moment wusste sie nicht, was größer war,
ihre Wut oder ihre Enttäuschung.
»Du benutzt uns?« Diese Erkenntnis schien ihr Herz
in Stücke zu reißen. Seine angebliche Erektionsstörung war lediglich eine
Ausrede, um nicht mit ihr ins Bett gehen zu müssen. Diese Ehe war gespielt. Die
kostbare Smaragdkette mit den passenden Ohrringen, das Auto, das war alles nur
die Gage für ein Theaterspiel. Für ein Theater aus Lügen.
»Wie du es bezeichnest, ist mir egal.« Er knipste
das Ende seiner Zigarre ab, widmete sich dann dem Anzünden.
Diese Worte schnürten ihr die Kehle zu. Nur gut,
dass Gabriel im Internat war und diese Schmach nicht miterleben musste. Sie
spürte ihre Tränen, wie sie die Wangen hinunterliefen. Sie konnte nicht klar
sehen, tastete sich deshalb nach draußen auf den Flur.
Er hatte sie von Anfang an belogen, wie einen
seiner Anzüge benutzt, um den Schein eines verheirateten Mannes zu wahren. Ihre
Welt von Vorstellungen, von Vertrauen und Hoffnung brach wie Kartenhaus
zusammen.
Rosa wischte sich die Augen trocken, dabei fiel ihr
Blick auf die dunklen Gemälde im Flur. Die vielen düsteren Farben, die Motive
von Edelleuten aus langvergangener Zeit mochte sie ohnehin nicht. Der
unbezahlbare Wert dieser Bilder änderte nichts an dieser Tatsache.
Die Bitterkeit der eben erkannten Wahrheit
hinterließ einen ekelhaften Geschmack auf der Zunge, den sie wegzuspülen
wünschte. Vor ihr stand die getäfelte Eichentür zum Kaminzimmer offen. Durch
den Anblick des kleinen Eichenschrankes neben dem Sofa kam ihr ein ungewohnter
Gedanke. Sie ging auf den Schrank zu. Noch zweifelnd öffnete sie die schmale
Schranktür. Eine Flasche karibischen Rum, 100 Jahre alten Brandy, 50 Jahre alten
Cognac und Whisky nahm sie zum ersten Mal in ihrem Leben in die Hand. Um ihre
Enttäuschung, ihren inneren Schmerz für einen Augenblick zu vergessen,
entschied sie sich für den karibischen Rum. Sie musste sich schütteln, nachdem
der Alkohol ihr die Kehle heruntergeronnen war.
Tief ausatmend setzte sie sich auf das Sofa aus
Büffelleder. Gleich morgen früh würde sie ihre Sachen packen und dieses Haus
und diesen Lügner verlassen. Bei allen Annehmlichkeiten, die das luxuriöse
Eheleben hier zu bieten hatte, wollte sie keinen Tag länger an der Seite eines
Mannes bleiben, der sie geschickt anderthalb Jahre an der Nase herumgeführt
hatte. In ihrem Kopf begann langsam ein Schwarm Bienen zu schwirren.
Tatsächlich fühlte sie sich etwas gelassener, wenngleich auch der innere
Schmerz sie noch immer quälte.
»Rosa? Was tust du denn da?« Er klang übertrieben
besorgt. So ein Mistkerl, dabei scherte er sich einen Dreck um ihr Wohlergehen.
Er packte ihre Oberarme, drückte sie in die Couch.
Das tat weh.
»Lass mich«, hörte sie sich nuscheln.
Sein Griff wurde kräftiger. »Weißt du, Alkohol und
Kokain vertragen sich so gar nicht!«
Dieser Scheißkerl! Sie konsumierte keine Drogen und
schon gar nicht sein im Labor gepanschtes Zeug. »Lass mich los!« Mit all ihrer
Kraft versuchte sie sich zu wehren. Es gelang ihr kaum. Er war zu stark. Jetzt
presste er seine Lippen fest auf ihren Mund. Sein Atem verströmte den
widerlichen Geruch seiner Zigarre. Zu allem Überfluss begrub er sie unter
seinem Körper, ließ aber von dem Kuss ab. Sie atmete durch, soweit es die Last
auf ihrem Brustkorb zuließ.
»Meine liebe Rosa. Du naives Dummerchen!«
Sein Gewicht schien in diesem Moment Tonnen schwer.
»Verschwinde!“
»Nein!« Sie hörte ihn lachen. »Du wirst
verschwinden.« Noch während
seiner letzten Worte nahm sie einen Stich in ihrem rechten Arm wahr.
»Hör auf!« Von der Armbeuge ging anfangs ein leichtes
Brennen aus. Wenn es seine Absicht war, ihr Angst einzujagen, dann gelang es
ihm. So skrupellos, sie zu töten, war er nicht, oder doch? Ein drückender
Schmerz breitete sich von ihrem Arm aus und zog sich bis zum Hals hoch. Ihr
Herzschlag wurde hörbar schneller und dröhnte in ihren Ohren. Endlich
verschwand dieser massige Körper von ihrem Rumpf. Nach Atem ringend versuchte
sie, sich aufzusetzen. Er drückte mit seiner Linken ihren Brustkorb auf das
Sofa zurück, mit der anderen Hand griff er nach dem Telefon. Sie röchelte.
»Doktor Borda? Meiner Frau geht es nicht gut. Ich
fürchte, sie hat sich eine Überdosis gespritzt. Bitte kommen sie schnell!«
Rosa spürte kalten Schweiß auf ihrer Stirn, sie
hörte sich hecheln, wie bei Gabriels Geburt. Ihre Lippen begannen zu kribbeln,
ihr Mund war auffallend trocken.
»Du musst nicht durchhalten, bis Doktor Borda
kommt.« Es klang, als stünde er bereits an der Tür.
Sie
probierte, sich an der Lehne des Sofas hochzuziehen, doch ihre Glieder fingen
an zu zitterten und zu zucken, als würden Stromstöße durch sie hindurchfließen.
Ihr Brustkorb wölbte sich krampfhaft nach oben, wie ein gespannter Bogen. Sie
röchelte und stöhnte.
Luft! Sie bekam keine Luft. Ihre Lungenflügel
schienen wie gelähmt, als wären sie mit Beton ausgegossen, der nun aushärtete.
Ihr Herz! Es schlug auffallend langsam.
Poch! Gabriel! Sie wünschte sich sehnlich, ihn noch
einmal in die Arme zu nehmen, ihm noch einmal ins Gesicht zu schauen.
Poch! Da! Sie sah ein helles Licht vor sich. Darauf
wollte sie zugehen.
Donnerstag, 2. Mai 2013
Pressemitteilung zur Aktiv-Lesung!!!
Lebendige Lesung
zum Mitmachen!
Gemeinsam mit der
Buchhandlung Behm lädt die Schriftstellerin Angela Planert
am 08. Mai 2013 um
18:30 Uhr
zur Aktiv-Lesung in der Schönfließer Straße 9, in 16540 Hohen
Neuendorf, ein.
Im neusten Buch „Flügel derDunkelheit“ wird unter anderem das leerstehende Krankenhaus in der Niederheide
und so mancher Ort aus Berlin und Brandenburg zum Schauplatz.
Mitmachen
erwünscht!
Wer bereits eine Lesung der
Schriftstellerin Angela Planert erlebt hat, wird bestätigen, wie spannend, wie
lebendig sich diese Lesung durch die verschiedenen Leserollen des Publikums
gestaltet.
Diese Lesung lebt mit den Stimmen der Zuhörer!
Zum Inhalt des
Buches:
Liana, die ehrgeizige
Chirurgin an der Berliner Charité ist höchst erstaunt, als ihr die junge
Krankenschwester Bettina mitten in der Nacht deren 18 Monate alten Sohn Veit
zur Obhut anvertraut. Bettina ist offensichtlich verwirrt; Aufgelöst
präsentiert sie Liana einen Zeitungsbericht von »Vampirfledermäusen über
Berlin«. Daraufhin ist Bettina plötzlich verschwunden und Liana bleibt mit dem
anämiekranken Kind zurück. Veit benötigt wöchentlich Blutkonserven. Schnell
merkt Liana, dass mit dem Jungen noch etwas nicht stimmt. Auffallend verängstigt
zeigt sich Veit gegenüber dem Vater, Dr. Klingenberger, einem älteren Kollegen
der Berliner Charité, der auf die Herausgabe des Jungen drängt. Instinktiv
wittert Liana Gefahr für das Kind und versteckt es. Zugleich wird die rational
denkende Wissenschaftlerin vermehrt von übersinnlichen Visionen geplagt. Als
Traian, ein junger Vampir, in die Geschehnisse tritt, geraten die Realitäten
durcheinander. Traian sinnt nach Rache. Rache an den Menschen, die ihn und
seine Familie einst grausam quälten. Langsam fügen sich Lianas Träume wie ein
Puzzle mit Veits und Traians Schicksal zusammen. Eine Geschichte beginnt, aus
der es kein Entrinnen gibt ...
Was Leser über
das Buch schreiben:
- Das Buch "Flügel der Dunkelheit" war mal etwas ganz anderes! Für Fantasybegeisterte ist es was, aber ich könnte mir auch Leser vorstellen die normalerweise vielleicht nicht so viel aus diesem Genre lesen, da ich finde, dass dieses Buch durch seinen Aufbau und Schreibstil gar nicht hundertprozentig einem Genre zuzuordnen ist. Es ist sehr spannend und kann somit auch mit einem Thriller gut mithalten.
- Angela Planert hat einen sehr flüssigen Schreibstil und für die Geschichte die passende Geschwindigkeit. Die Beschreibungen der Orte sind genau aber ohne zu überladen zu wirken. Auch die grausamen Situationen mit Traian sind sehr bildlich beschrieben, also man hat schnell Bilder vor Augen, was dort geschehen ist.
- Platz 1 in der Liste meiner Vampirromane! Für wen ich dieses Buch besonders empfehle: Für Vampirliebhaber, die gerne thrillerartige, gut durchdachte, spannende Geschichten aus der Gegenwart lesen.
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