16. April 2015

Vorschau auf Teil 3


Vorbei
Mit der 9:15 Uhr Maschine landete José Luis am Dienstagvormittag in Santa Marta. Diesmal hatte er für mehrere Tage Gepäck dabei, vor allem aber eine bessere Ausrüstung, um für alle Fälle gut ausgestattet zu sein, und er nahm sich einen Mietwagen, damit er flexibel und nicht ständig auf ein Taxi angewiesen war. Zunächst fuhr José Luis an jene Stelle, von wo er zehn Tage zuvor gemeinsam mit Ramirez Renans Villa mit der Wärmebildkamera abgecheckt hatte. Nun nahm er sein Fernglas heraus, um das Haus zu beobachten. Bisher konnte er jedoch niemanden entdecken, weder einen Hausangestellten noch einen der Leibwächter. José Luis zündete sich eine Zigarette an und sah ab und zu zum Anwesen hinüber. Es war herrlich still hier oben auf dem Hügel, nur ein leichter Wind wehte und das Rauschen des Meeres drang gedämpft zu ihm herauf. Deshalb schreckte er zusammen, als sein Handy klingelte und diese erholsame Ruhe unterbrach. Das Display kündigte ›Orlando‹ als Anrufer an. „Deine Vermutung hat sich bestätigt“, begann Orlando das Telefonat, „gestern Früh landete in Bogotá ein Privatjet aus Santa Marta mit einem Transport zum Zentralfriedhof. Ich habe jemand hinterhergeschickt, unauffällig versteht sich. Es ging direkt zur Familiengruft der Nicoljaros. Am späten Nachmittag flog die Maschine zurück.“ José Luis spürte ein Lächeln auf seine Lippen, „dann hatte es Renan am Ende also doch erwischt.“ Es gab eigentlich auch keinen Grund Ramirez‘ Behauptung anzuzweifeln. „Ich habe auf den Namen Rodríguez weitere Einträge für Privatflüge gefunden“, Orlando machte eine kleine Pause, „unter anderem vor siebzehn Wochen, und zwar genau an dem Tag von Antonios Verschwinden entdeckte ich einen Flug von Bogotá nach San José zum ›Juan Santamaría Flughafen‹“, endete Orlando. José Luis schlug sich auf die Stirn. „Ich Idiot!“ Um Antonio zu finden, war er zahlreiche Möglichkeiten durchgegangen, aber dass er nach Costa Rica entführt worden war, hatte er leider nicht in Betracht gezogen. „Gracias! Das ist wirklich sehr hilfreich.“ „Du schuldest mir inzwischen einiges“, erinnerte ihn Orlando. „Definitiv!“, beendete José Luis das Telefongespräch. Renan hatte demzufolge Antonio nach San José gebracht, um ihm vermutlich dort neue Kniegelenke einsetzen zu lassen. Costa Rica war, im Vergleich zu den übrigen Ländern in Mittelamerika, bekannt für die ausgezeichnete Gesundheitsversorgung. Mit diesem Wissen wollte José Luis sofort nach Taganga. Er packte sein Fernglas in die Tasche und ging zum seinem Leihwagen, einem silberfarbenen Chevrolet Prisma, zurück. Welches Problem auch immer Antonio in Santa Marta festhielt, er würde mit ihm eine Lösung finden, dessen war sich José Luis sicher. Während der dreißigminütigen Fahrt von Rodadero nach Taganga spürte José Luis seine Aufregung wachsen. In den beinah dreizehn Jahren, die er mit Antonio zusammengearbeitet hatte, gab es viele Höhepunkte, mehrere brenzlige Situationen sowie bewegende Momente. Damit hatte er Antonio intensiv von verschiedenen Seiten kennengelernt, kannte seine Vorlieben, seine Stärken und Schwächen, wusste vor allem um seine Herzensangelegenheiten, die er besonders an ihm schätzte. Antonio nach all den Wochen ohne ein Lebenszeichen endlich wiederzusehen, erhöhte seine Anspannung, zumal er nicht wusste, was ihn erwartete. Letztlich bog José Luis von der Hauptstraße auf den leicht abschüssigen Schotterweg ab und parkte den Wagen vor der gemauerten Grundstücksgrenze. Bevor er ausstieg, wischte er sich seine vor Aufregung feuchten Handflächen an seiner Hose trocken. Zuerst überlegte er, sich noch eine Zigarette anzuzünden, ging dann aber voller Ungeduld, Antonio endlich wiederzusehen, auf das Gittertor zu und betätigte den Klingelknopf. Einen Moment später hörte er durch die Gegensprechanlage eine Frauenstimme, „Qué desea?“. „Mein Name ist José Luis Núñez. Ich möchte zu“, mit Antonio würde die Señora vermutlich nichts anfangen können, „Señor Rodríguez.“ Die Stimme schien einen Augenblick zu zögern, „Don Rodríguez ist nicht zu Hause.“ Im Hintergrund meinte José Luis eine hellere Männerstimme zu hören; Antonio war es definitiv nicht. Unerwartet öffnete sich das Tor vor ihm automatisch. José Luis betrat den Vorgarten. „Kommen Sie herein, Señor Núñez“, drang hinter ihm die Aufforderung aus der Sprechanlage. José Luis ging auf den breiten Hauseingang zu. Eine kleine, rundliche, sympathisch aussehende Frau Ende fünfzig, wahrscheinlich die Haushälterin, öffnete die Haustür. „Señor Fonseca möchte mit Ihnen sprechen.“ Sie trat zur Seite und wies auf den großzügigen Wohnbereich. Ein großer, athletischer Mann mittleren Alters mit kurzem Haar kam ihm entgegen. „Ich nehme an, Sie kennen Nic, Señor Núñez?“ José Luis benötigte einen Augenblick, bis er ›Nic‹ mit Antonio in Verbindung brachte. Er grinste, „das möchte ich wohl meinen. Ist er da?“ Señor Fonseca musterte ihn von oben bis unten. „Nic hat Sie nie erwähnt. Sind Sie ein Freund?“, betonte er das letzte Wort auffallend weich. José Luis studierte für einen Moment das makellose Gesicht seines Gegenübers, „ja, so könnte man es nennen.“ Dann ließ er seinen Blick durch das modern eingerichtete Wohnzimmer schweifen. „Nicht schlecht! Wo steckt er?“ Señor Fonseca seufzte tief, „setzten Sie sich“, wies er zur Couch. Die zahlreichen moosgrünen Kissen wirkten gemütlich. „Ich wusste ja, dass es Nic in letzter Zeit nicht so gut ging, aber dass dieser Streit mit seinem Vater so enden würde ...“, fahrig rieb er sich den Oberlippenbart, „gestern Abend überbrachte die Polizei eine schlimme Nachricht“, er schluckte, offensichtlich suchte er nach Worten. José Luis versuchte unterdessen, sich einen Reim darauf zu machen, wer dieser Señor Fonseca war und welche Rolle er an Antonios Seite gespielt haben mochte. Señor Fonsecas Stimme zitterte, „auf der Route 62, auf der kurvigen Strecke vor Medellín gab es einen Frontalzusammenstoß mit einem LKW. Der PKW wurde als Nics Touareg identifiziert.“ José Luis hörte gespannt zu, als Señor Fonseca leise weitersprach. „Die Fahrzeuge sollen sofort in Flammen aufgegangen sein. - Während der LKW-Fahrer sich noch ins Freie retten konnte, verbrannte der Insasse des PKWs.“ Prompt dachte José Luis daran, dass Renan seine Finger im Spiel hatte. - War der Mistkerl doch nicht tot? Wer wurde dann in der Familiengruft beigesetzt? Verpasste der Onkel Antonio schon wieder eine neue Identität, weil er ihm auf die Schliche gekommen war? José Luis würde von vorn anfangen müssen. Nein! Es war schwer, den Überblick in diesem Lügenchaos zu behalten. Um zumindest ein paar Hintergrundinformationen zu erhalten, fragte José Luis genauer nach, „worum ging es in dem Streit?“ Señor Fonseca zuckte mit den Schultern, „ich war nicht dabei. Nic ist am Donnerstag gleich nach dem Streit mit seinem Wagen weggefahren. Seither gab es kein Lebenszeichen mehr von ihm.“ José Luis sah zu seiner Theorie keinen Zusammenhang, „hat er ein Handy?“ Señor Fonseca nickte, „er hat es vermutlich ausgeschaltet.“ „Kann ich die Nummer haben?“, José Luis holte sein Smartphone hervor. „Ich glaube, Sie haben mir nicht zugehört“, sagte Señor Fonseca mit Nachdruck. „Sein Touareg ...“ José Luis fiel ihm ins Wort, „wurde die Leiche identifiziert?“ Señor Fonseca schüttelte den Kopf. „Sehen Sie, und solange ich keinen Beweis habe, dass Antonio da dringesessen hat, glaube ich diesen Unsinn nicht.“ „Unsinn? Hören Sie mal!“ Señor Fonseca stutzte, „wer ist überhaupt Antonio?“ Señor Fonseca zog seine Stirn in Falten. „Ihr Nicolás Rodríguez ist in Wahrheit Antonio Nicoljaro“, erklärte José Luis. Señor Fonseca sah jetzt auffallend blass aus, „und wer war Rique, ich meine Enrique?“ „War?“, fragte José Luis erstaunt. Zu gern hätte er in dieser Situation eine Zigarette geraucht. Señor Fonseca schien merklich unruhig. „Kurz nach dem Streit, während Nic das Gebäude verließ, wurde Enrique erschossen. Er war sofort tot; zumindest haben das seine Leibwächter behauptet.“ Für José Luis war das Musik in seinen Ohren. Nur warum kehrte Antonio nicht nach Bogotá zurück? Seit Donnerstag waren immerhin fünf Tage vergangen. Und wer war dieser Kerl hier? „In Ordnung, dann mal Karten auf den Tisch. Wer sind Sie?“ 

Para mis lectores de habla hispana

Un Thriller ambientado en Colombia


¿Identidad?


Katharina, 37, viaja a pedido de su Empresa a Bogotá y conoce al carismático hombre de negocios Antonio Nicoljaro - quien se encuentra sentado en silla de ruedas por causa de malformaciones en la rodilla - y se enamora de él.
Un día, ella es asaltada en un parque, se despierta en su cama, no puede recordar lo que sucedió en las horas que pasaron.
Un médico, amigo de Antonio, comprueba residuos de una droga de la verdad en su sangre. Mientras recibe ella, poco después, un misterioso E-Mail desde Alemania, Antonio se encuentra luego de una explosión, bajo los escombros de su casa.
Sobrevive gravemente herido, pero desaparece del hospital, sin dejar huella.
Con ayuda de un detective descubre ella que Antonio Nicoljaro está muerto desde hace treinta

27. März 2015

Osterei für Euch

Heute hab ich ein Osterei für Euch:

Fragwürdige Identität Teil 1 gibt es zur Zeit kostenlos:


Tag null

Sein Mund war auffallend trocken. Intensiv kribbelten seine Lippen, was sich anfühlte, als stünden sie unter Strom. Anfangs wurde diese Empfindung stärker, gleichzeitig nahmen auch die heftigen Kopfschmerzen zu. Allmählich ging das Kribbeln zurück und der zunehmende dumpfe Schmerz in seinem Kopf, der durch den Geruch von Desinfektionsmittel noch verstärkt wurde, beendete diesen Dämmerzustand. Ein gedämpftes rhythmisches Piepen drang in sein Bewusstsein. Die bisher langen Pausen dieses Tons verkürzten sich hörbar. Obwohl er wusste, dass hier etwas nicht stimmte, konnte er nicht bestimmen, was es war. Seine Gedanken waren wie vernebelt, als verwehre ihm eine Wand, auf sie zurückzugreifen. Ihm war nicht kalt, dennoch bemerkte er, dass seine Hände stark zitterten. Ein verhaltenes Stöhnen löste sich aus seinem kratzigen Rachen. Er hatte ungeheuren Durst. „Hey?“, sagte eine angenehme Frauenstimme leise, als wollte sie ihn nicht stören. „Mi Amor!“ Eine Hand strich ihm über die Stirn, woraufhin er versuchte, die Augen zu öffnen. „Ich hab ja gesagt, er ist ein Kämpfer!“ Diese dunkle Männerstimme rief ein merkwürdiges Unwohlsein in ihm wach. Er spürte einen zarten Kuss auf seiner Wange. „Sieh mich an, por favor!“ Seine Augenlider waren bleischwer, sie schienen wie zugeklebt. Nach einigen Versuchen gelang es ihm, sie zu öffnen. Er benötigte einen Augenblick, bis sich sein verschleierter Blick klärte. Große braune Augen strahlten ihn an. „Mi Amor! Wie fühlst du dich?“ Die langen schwarzen Haare der Unbekannten waren elegant nach oben gesteckt. Einige lockige Strähnen hingen ihr ins hübsche Gesicht. Sie lächelte. Er holte Luft, was ausgesprochen anstrengend war. „Wasser, por favor!“ Die Señora griff nach links zum Nachttisch, goss Wasser aus einer Flasche in ein Glas und setzte es ihm an die Lippen. Seine Arme fühlten sich ungewöhnlich schwer an, als er sie hob, um zu trinken. Das Zittern in seinen Händen ließ langsam nach. „Oh, Nicolás!“ Sie nahm ihm das Glas ab und streichelte mit ihrer anderen Hand sanft seine Rechte. Das Geräusch einer sich öffnenden Tür weckte seine Aufmerksamkeit. Eine Wandleuchte, die seitlich über seinem Bett hing, gab ein angenehm gedämpftes Licht. Schwerfällig richtete er den Blick auf den älteren Señor, der am Bettende stand. Ein jüngerer Señor, circa Mitte dreißig, im weißen Kittel trat nun auf ihn zu. Die hübsche, junge Señora zu seiner Linken ließ seine Hand los und trat zurück. „Da haben wir Sie ja wieder!“, der Arzt musterte intensiv sein Gesicht. Er stellte den Kopfteil des Bettes auf, zog eine kleine Stabtaschenlampe aus seiner Brusttasche und warf ihm einen Lichtschein auf das rechte, dann auf das linke Auge. „Das war knapp, Señor Rodríguez!“ Er wandte sich zu dem älteren Señor um. „Blutzucker und Nierenwerte normalisieren sich langsam. Ich denke, es geht jetzt bergauf.“ ›Señor Rodríguez‹ hatte ihn der Arzt angesprochen. Dieser Name kam ihm auf eine gewisse Art vertraut vor. Dennoch meinte er, dass dies nicht sein Name war. Aber wie hieß er? Weder diese attraktive, junge Dame noch der ältere Señor an seinem Bettende kamen ihm bekannt vor. Ein sonderbares Gefühl von Leere breitete sich mit dieser Überlegung in ihm aus. In seinem Gedächtnis gab es nichts, was vor seinem Erwachen geschehen war. „... ansprechbar ist, würde ich die Infusion nicht weiter fortsetzen. Ich schlage vor, wir konzentrieren uns wieder auf die Physiotherapie, damit er möglichst schnell in seine gewohnte Umgebung kommt.“ Der Arzt sprach offenbar mit dem Älteren, was ihm durch sein intensives Nachdenken entgangen sein musste. „Das wäre nach all den Monaten wirklich das Heilsamste.“ Fieberhaft suchte er nach einem Namen, nach einem Ereignis, nach einer winzig kleinen Erinnerung. Doch sein Kopf war wie leergeräumt. Seine Kopfschmerzen verstärkten sich. Schwerfällig fielen seine Augen zu. Die bleierne Müdigkeit überdeckte sogar das unangenehme Stechen in seinen Beinen, das mit jedem Moment zunahm. „Mi Amor“, klang eine besorgte Stimme wie aus weiter Ferne zu ihm. „Ich liebe dich, Nicolás.“ Er wusste, dass er gemeint war, doch schien ihm dieser dösende Zustand wie ein mächtiger Sog, der ihn ungewollt in den Schlaf zerrte.


An dieser Stelle ein Herzliches Dankeschön an meine Lektorin, die hier großartige Arbeit leistet:




20. März 2015

Hintergründe zu Recherchen

Während des Schreibens meiner Romane »¿Identität?« und »Fragwürdige Identität« tauchten die kuriosesten Fragen auf.
Nicht immer wird man im Internet fündig.

Um authentisch zu schreiben, worauf ich sehr viel Wert lege, muss man oft viel Zeit investieren, um Antworten zu finden. Mir ist es wichtig, dass der Leser, der zum Beispiel in Bogotá wohnt, die Orte meiner Geschichten wiedererkennt.

Ob die Deutsche Botschaft in Bogotá oder wie kürzlich ein renommierter Rechtsanwalt aus Bogotá von mir angeschrieben wurde, alle haben zeitnah und ausführlich auf meine Fragen geantwortet. Auch große Firmen wie Megawood stellten sich meinen Anfragen. Zum Thema »Bluttransfusion« bekam ich sogar eine Ärztin ans Telefon, die geduldig meine Neugier gestillt hat.


Herzlichen Dank an alle Helfer!


Besonders erwähnen möchte ich eine gute Freundin von mir, die ihr Insulin mal genauer betrachten musste, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es schmeckt (Pfui - scheußlich meinte sie), riecht und sich anfühlt!
Wer den zweiten Teil von »Fragwürdige Identität« lesen wird, hat hoffentlich an der entsprechenden Stelle ein Schmunzeln in Gesicht, weil er die Hintergründe dazu kennt.



3. März 2015

2. Teil - Fragwürdige Identität


Vorschau auf   Teil 2 


Vater

Der Geruch von Benzin und Rauch lag in der Luft. Langsam beruhigte sich der Wellengang, der durch die Explosion ausgelöst worden war. Hektisch schwamm Nicolás suchend zwischen den brennenden Wrackteilen hin und her. Irgendwo mussten Falicia, Juan und die Crew-Mitglieder sein. „Nicolás!“ Jemand fasste ihn am Nacken. „Hier ist niemand mehr, für den du etwas tun könntest.“ Andrés versuchte, ihn aus dem Chaos herauszuziehen. Nicolás befreite sich, „hilf mir suchen!“ Erneut packte Andrés ihn am Arm. „Nicolás! Das hat keiner überlebt!“ „Das kannst du nicht wissen!“ „Sieh dich doch nur um! Du bringst dich sinnlos in Gefahr!“ Andrés‘ Griff wurde fester. „Komm jetzt!“ Energisch schüttelte Nicolás die Hand des Leibwächters seines Vaters ab. „Ich muss Falicia und Juan suchen!“ „Sei vernünftig, Nicolás!“ Andrés ergriff abermals seine Schulter, „du solltest gar nicht hier sein!“ „Vorsicht! Links!“, rief jemand. Aus den Augenwinkeln erfasste Nicolás ein brennendes Wrackteil, welches zur Seite kippte und geradewegs auf ihn zu fallen drohte. Instinktiv tauchte er unter und wich dabei der direkten Gefahr aus. Er spürte noch ein Brennen am linken Schulterblatt, dann wurde er mit einem kräftigen Griff am rechten Oberarm zur Seite und an die Wasseroberfläche gezogen. „Komm zur Vernunft!“ Rodrigo fasste ihn grob an die Kehle. Mit seiner Linken versuchte Nicolás, sich von Rodrigos Hand an seinem Hals zu befreien, gleichzeitig drehte Andrés ihm jedoch seinen rechten Arm auf den Rücken, bis Nicolás aufstöhnte. Rodrigo kam mit seinem Gesicht so nah an Nicolás‘ heran, dass er seinen Atem spürte. „Beruhige dich! Du machst niemanden lebendig, wenn du dich selbst in Lebensgefahr begibst!“  Nur geringfügig lockerten die beiden ihre Griffe, schleppten ihn aus dem flammenden Chaos heraus. „Falicia!“, hörte er sich flüstern. Damit wurde ihm bewusst, dass seine Frau, sein bester Freund tot waren, sein Zuhause zerstört. Vor seinem geistigen Auge sah er diesen Arm ohne Körper vor sich, an dem blutiges Fleisch, Sehnen und Knochensplitter herausquollen. Er hatte so unwirklich ausgesehen, als sei es ein Requisit aus einem Horrorfilm. Das konnte nicht die Realität sein, wahrscheinlich war das alles nur ein lebhafter Traum. „Mi Amor“, glaubte er Falicia flüstern zu hören. Er dachte an die innigen Küsse, mit denen sie ihn im Krankenhaus begrüßt hatte, an das wohltuende Gefühl, umsorgt zu werden. „Nicolás!“, beförderte ihn eine energische Stimme neben ihm in die Wirklichkeit zurück. Rodrigos Hand war von seiner Kehle verschwunden und Andrés schob ihn zur Schwimmplattform der Yacht seines Vaters. „Bist du in Ordnung?“ „Sí!“, hörte sich Nicolás antworten. Er fühlte sich seltsam, sein eigener Körper war ihm augenblicklich fremd. Mechanisch zog er sich aus dem Wasser, blieb benommen am Rand der Plattform sitzen und starrte fassungslos auf die überall verstreuten Reste der Yacht, welche einmal sein Zuhause gewesen war. Eines der brennenden Wrackteile verglimmte im selben Moment, als sein Blick darauf fiel, und schien mit den seichten Wellen in der Dunkelheit zu verschmelzen. „Das hätte nicht passieren dürfen!“, vernahm er die Stimme seines Vaters über sich. „Heilige Mutter Gottes!“ Sein Vater näherte sich ihm. „Was hast du dir nur dabei gedacht?“ Erst jetzt bemerkte er, wie stark er zitterte und wie kalt es ihm war. Sein Vater berührte ihn an den Schultern. „Nicolás? Sieh mich an!“ So sehr er sich auch bemühte, es gelang ihm nicht, sich umzudrehen. „Er wird einen Schock haben!“ Das war Catalinas Stimme. Sie hockte sich neben ihn, ergriff seine Linke und entnahm seinem Zeigefinger einen Blutstropfen. „Don Nicolás? Sehen Sie mich an, por favor!“ Endlich löste er seinen Blick aus der Unendlichkeit, schien aus seiner Starre herauszukommen. Catalina sah ihm prüfend in die Augen. Obwohl er sie vor sich sah, meinte er, sie wäre meilenweit entfernt. Dieses Unglück schien etwas tief Verborgenes in ihm wachzurufen, das ihm den Atem raubte.


12. Februar 2015

El exitoso Thriller ¿identidad? a la Lengua Española

A partir de mayo del 2015 será traducido el exitoso Thriller Identität? a la Lengua Española, (por ahora la primera parte) por Mercedes Stremel y estará disponible como E-Book. La segunda parte, así como la obra completa seguirán en Edición Impresa.


Argumento
Katharina, 37, viaja a pedido de su Empresa a Bogotá y conoce al carismático hombre de negocios Antonio Nicoljaro - quien se encuentra sentado en silla de ruedas por causa de malformaciones en la rodilla - y se enamora de él.
Un día, ella es asaltada en un parque, se despierta en su cama, no puede recordar lo que sucedió en las horas que pasaron.
Un médico, amigo de Antonio, comprueba residuos de una droga de la verdad en su sangre. Mientras recibe ella, poco después, un misterioso E-Mail desde Alemania, Antonio se encuentra luego de una explosión, bajo los escombros de su casa.
Sobrevive gravemente herido, pero desaparece del hospital, sin dejar huella.
Con ayuda de un detective descubre ella que Antonio Nicoljaro está muerto desde hace treinta 



La traductora:

Mercedes Stremel, nacida en Lima, Perú (1958)Estudios generales en la Universidad Particular Ricardo Palma, en el Programa Académico de Intérpretes y Traductores. (1978)Idioma Francés en la Sorbonne Nouvelle en París. (1983 -1984)En Lima y Madrid dió clases de Francés y realizó trabajos de Traducción.En Alemania, Cursos en la Fremdsprachen Schule de Múnich. Vive en esta ciudad desde hace 26 años.

27. Januar 2015

Erster Teil




Fragwürdige Identität 

erschienen im Verlag Edition Bärenklau


Teil 1 von 3!


Ohne jede Erinnerung erwacht ein Mann im Krankenhaus aus einem diabetischen Koma. Man nennt ihn Nicolás Rodriguez. Er selbst erinnert sich jedoch nicht an diesen Namen, erkennt weder seine Frau Falicia noch seinen besten Freund Juan. Ja, sogar sein angeblicher Vater ist ihm unbekannt. Selbst seine Wohnung kommt ihm fremd vor und schließlich ist er überzeugt, dass eine Verwechslung vorliegt. Seine Zweifel beginnen sich aufzulösen, als er sich ein Video ansieht, welches ihn während seiner sechs Monate dauernden Geiselhaft zeigt. War die Folter, der er dort ausgesetzt war, der Auslöser für seinen Gedächtnisverlust? Oder hat das alles ganz andere, mysteriösere Hintergründe?

Obwohl er Beweise für seine Identität findet, stellt er sie immer wieder in Frage. Nichts scheint wirklich hundertprozentig zu passen. Nicolás Rodríguez - ist er wirklich dieser Mann?

Und warum war er eine Geisel? Die Zweifel türmen sich haushoch vor ihm auf. Und dann gibt es eine Explosion…



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Ich freue mich sehr auf Eure Rezensionen!